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Trotz Corona – Feuerwehr Eppenschlag war stets einsatzbereit

Letztes Jahr konnte die Jahreshauptversammlung am 06. März noch mit Rekordbeteiligung abgehalten werden, dann war Schicht im Schacht, lautet das Fazit von Kommandant Christian Molz und Vorstand Robert Maier. Geradezu euphorisch war man nach der Jahreshauptversammlung 2020 über die überwältigende Resonanz, was dann kam, kennt jeder mittlerweile zur Genüge.

Foto: Patrick Wagner

Aber den Kopf in den Sand stecken nützt nach Aussage des Kommandanten Christian Molz nichts und machte sich umgehend an die Arbeit. Die Mannschaft bekam am 21.04.2020 per WhatsApp eine Dienstanweisung, dass bis auf weiteres der Übungs- und Ausbildungsbetrieb ausgesetzt wird. Bewegungsfahrten ohne Begleitung sollen aber gemacht werden. Der stellvertretende Kommandant Martin Tanzer führte ein zweimal pro Woche stattfindendes Feuerwehrquiz per WhatsApp ein, zumindest bis wieder ein eingeschränkter Übungsbetrieb möglich war.

Nachdem im Juni der Katastrophenfall aufgehoben wurde, hatten die drei Kommandanten ein neues Übungskonzept entwickelt bei dem jeder eine bestimmte Gruppe übernahm und strikt darauf geachtet wurde, dass sich keine Durchmischung ergab und die maximale erlaubte Anzahl an Teilnehmern nicht überschritten wurde. Mit diesem Übungskonzept konnten bis zum erneuten Übungsverbot im November, immerhin 23 Übungen mit 369 abgeleisteten Übungsstunden durchgeführt werden. Aber das waren trotzdem mehr als 200 Stunden weniger als im Vorjahr. Vor allem die Jugend litt unter der Situation besonders, da nur sechs Übungen durchgeführt werden konnten.

Natürlich konnten auch keine neuen Mitglieder gewonnen werden. Erfreulicherweise konnte die Einsatzbereitschaft in den 13 Einsätzen, die abzuarbeiten waren problemlos gewährleistet werden. Leider waren bei den Einsätzen zwei belastende dabei. Die Bergung eines verstorbenen LKW-Fahrers aus dem Führerhaus und ein Motorradunfall mit tödlichem Ausgang. Im Hinblick auf die Anzahl der Einsätze zeigen sich ebenfalls Auswirkungen von Corona. So hat sich die Zahl der Einsätze im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr halbiert.

Nachdenklich zeigt sich Molz über die stark eingeschränkte Möglichkeit der Ausbildung mittels Lehrgänge. Konnten sich im Jahr 2019 noch 52 Aktive fortbilden, waren es im Krisenjahr nur noch 5 und eine Besserung ist in den nächsten Monaten nicht in Sicht. Hier gilt es zukünftig einiges aufzuholen, was aber Probleme bereiten wird, da die Ausbildungskapazitäten auch schon vor Corona zu wünschen übrigließen. Dass selbst gesteckte Ziel des Kommandanten, während seiner Kommandantenzeit jedes Jahr Leistungsabzeichen durchzuführen, war gezwungenermaßen nicht mehr erreichbar, was ihn persönlich natürlich sehr ärgerte.

Aufgrund der fehlenden Einnahmen mussten auch geplante Anschaffungen vorerst zurückgestellt werden, wenigstens die beschlossene Ausrüstung zur Vegetationsbrandbekämpfung konnte man noch besorgen.

Im Januar 2020 besuchte man noch die alljährliche Kommandantenversammlung im KBM-Bereich, alle weiteren Veranstaltungen mussten bis zum heutigen Tage abgesagt werden, auch die traditionell am zweiten Freitag nach Faschingsende stattfindende Jahreshauptversammlung.  Sehr nachdenklich sind alle Führungskräfte über die extremen Einschränkungen im gesellschaftlichen Bereich. Im Sommer letzten Jahres herrschte (noch) die einvernehmliche Meinung „Es ist schade das alle Veranstaltungen und Treffen ausfallen müssen, aber nächstes Jahr wird’s wieder“. Etwas blauäugig, wie sich im Laufe des Winters herausstellte.

Vor allem die bevorstehende erneute Absage des Eppenschlager Pfingstfestes, dass die Feuerwehr zusammen mit dem Wintersportverein Eppenschlag durchführt, trifft die Vereine extrem hart. Neben den fehlenden Einnahmen, fehlt zunehmend der dringend notwendige Kontakt und Meinungsaustausch untereinander, so Vorstand Robert Maier. Das Gesellschaftliche ist der Leim der zusammenhält und eine Feuerwehr auch in Stresssituationen zusammenschweißt, sind sich die Verantwortlichen einig.

Es wird auch immer klarer ersichtlich, dass es ein „so wie vorher“ nicht so schnell, wenn überhaupt nochmal geben wird. Darauf gilt es zu reagieren und je nach Situation neue Konzepte zu entwickeln und Wege zu beschreiten. So wie z.B. bei der „Versteigerung dahoam“, die man gemeinsam mit dem Krieger- u. Soldentenverein und dem Wintersportverein mit überraschendem Erfolg durchführte. Die Aktion stützte zumindest die finanzielle Situation. Sobald es die Vorschriften zulassen, wird sich die Vorstandschaft zusammensetzen und sich an die Arbeit machen. Corona darf und wird uns nicht hindern weiterhin unseren Dienst an der Allgemeinheit aufrecht zu erhalten. Text: mr