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Eppenschlager Ehrenbürger Peter Slesiona feierte 85. Geburtstag

 „Er stellte sein ganzes Leben in den Dienst des Gemeinwohls“. Mag dieser Satz manchem schon sehr abgedroschen klingen, auf den Eppenschlager Peter Slesiona, der kürzlich seinen 85. Geburtstag feiern konnte, trifft er jedoch vollends zu.  Peter Slesiona erkannte nach seiner Versetzung nach Eppenschlag schnell, dass die dringend notwendige Anhebung der schulischen Verhältnisse auch die Weiterentwicklung des kulturellen Umfeldes erforderte. Dies wiederum setzte in der ländlichen Region der 50er und 60er Jahre die öffentliche Wirksamkeit des Lehrers voraus. So entwickelte er aus dem „Dorfschullehrer alter Prägung“, wie er sich selbst bezeichnet, sein Lebenswerk.

Mit seinem Einsatz für den Einbau eines damals neuartigen Gymnastikraums im Neubau des Schulgebäudes legte er bereits den Grundstein für die spätere erfolgreiche sportliche Entwicklung in Eppenschlag. Aus dem Schulsport heraus erfolgte ein gezielter Einstieg in den Wintersport. Als Organisator, Übungsleiter und auch Geldbeschaffer hatte er maßgeblichen Anteil an den großartigen Erfolgen der Eppenschlager Langläufer bis hin zur internationalen Ebene. Darauf aufbauend führte er als Gründungsvorsitzender (1981-1983) den WSV Eppenschlag zum mitgliederstärksten Verein in der Gemeinde. Dieser stellte nunmehr das Fundament des Eppenschlager Wintersports mit eigenem Skilift, Skihütte und Loipengerät dar und ließ Eppenschlag zur Wintersport-Hochburg im Bayerwald werden.  

Obwohl sein beruflicher Werdegang ihn ab 1973 als Schulleiter in den Nachbarort Kirchdorf i. W. führte, blieb sein ungebremstes Interesse für Eppenschlag erhalten. Die Übernahme weiterer Ehrenämter von 1961 bis 1976 als Vorstand der Feuerwehr und eine Periode im Gemeinderat (1972 bis 1978) zeugen von Interesse und Sorge um das Gemeindewohl.  

Und doch liegt nach seiner eigenen Aussage das Herzstück des öffentlichen Engagements im kirchlichen Bereich, ist doch die eigenständige Pfarrei Eppenschlag seit 1972 ohne eigenen Seelsorger. Dies spiegelt sich wider in seiner 30-jährigen Tätigkeit als PGR-Vorsitzender (1968 bis 1998) und der anschließenden Funktion als Kirchenpfleger bis ins Jahr 2019. Die Glückwünsche sowie ein Geschenk der Pfarrgemeinde zum runden Geburtstag überbrachte der Vorsitzende des PGR Eppenschlag Max Peindl persönlich an den Jubilar Peter Slesiona – hier im Bild mit Pfarrer Michael Bauer bei der Verabschiedung als Kirchenpfleger im Jahr 2019.  

Als Organisator und Geldbeschaffer bei sechs Innen- und Außenrenovierungen in Kirche und Pfarrheim tätig zu sein, forderten Nerven und Zeit. Zielte doch seine Arbeit eigentlich schwerpunktmäßig auf ganz viel „Kirche außerhalb der Kirche“, um durch intakte Beziehungen einer aktiven Gemeinschaft miteinander Leben zu gestalten. Bemerkenswert erfolgreich gelang ihm dies mit Pfarrfesten, einer Festwoche zum Pfarrjubiläum, der Gründung von Seniorentreff, Kath. Landjugend, Mutter-Kinder-Gruppe und durch die weithin beachteten 22 Eppenschlager Konzerte.  

Ein besonderer Anteil an der positiven Gemeindeentwicklung ist ihm aufgrund seiner Presseberichterstattung von 1960 bis 2017 zuzurechnen. Dabei war er immer auf Objektivität und möglichst positive Darstellungen bedacht. Zu Recht kann Peter Slesiona als Chronist von Eppenschlag bezeichnet werden, der Vergangenes sorgfältig recherchiert und aufgeschrieben hat. Besondere Beachtung verdienen WSV-Festschrift und -chronik (1991), Kirchen- und Pfarrchronik (1991), Großmisselberg-Dokumentation (1994), Aufarbeitung des Kriegsendes in Eppenschlag (1995), Eppenschlager Bilderbuch (1996) und die Geschichte des Krieger- und Veteranenvereins bis 1945 (2014).

Peter Slesiona und seine Frau Emmi haben immer ihre berufliche Stellung mit einer Verantwortung für das gesellschaftliche und kirchliche Leben im Dorf verbunden. Sie waren bereit, Arbeit und Verantwortung als Kulturträger in Vorbildfunktion zu übernehmen, christliche Wertvorstellungen zu leben und diese auch in ihrer Lehr- und Erziehungstätigkeit zu vermitteln. Ein großer Teil des privaten Lebens wurde zum öffentlichen Leben, das von der ganzen Familie mitgetragen werden musste.

Das umfassende Wirken von Peter Slesiona fand Anerkennung 1996 mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch die Gemeinde Eppenschlag, 1994 mit der Stephanus-Plakette der Diözese, den Ernennungen zum Ehrenvorsitzenden beim WSV Eppenschlag e.V. und beim Pfarrgemeinderat und der Ehrung für 65 Jahre beim BLLV 2019. Text: Karl Reith, Bild Gisela Reith