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Entstehungsgeschichte der Pfarrei St. Katharina Eppenschlag

Eppenschlag gehört zu den jungen Pfarreien der Diözese Passau. Und wie häufig waren auch hier die Anfänge klein und bescheiden. Sie führen uns in der Zeitrechnung rund 200 Jahre zurück.

Um den Missständen nach der Säkularisation von 1803 Einhalt zu gebieten, entschied sich die Kirche für eine strikte Einforderung von Zucht und Ordnung in jeglicher Hinsicht. Das mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass man in dem Dorf Eppenschlag um 1830 eine kleine Kapelle baute. Doch fiel diese, wie das gesamte Dorf, bereits 1833 einem verheerenden Brand zum Opfer. Weil sich die neu ein-geforderte Kirchlichkeit immer mehr durchsetzte, wurde die Kapelle noch im selben Jahr wiederaufgebaut.  

Dann vergingen drei Jahrzehnte ohne größere Vorkommnisse, bis 1864 der Schulsprengel Eppenschlag errichtet wurde. Das Ordinariat in Passau verpflichtete das Pfarramt in Kirchdorf zur kostenlosen Erteilung des Religionsunterrichtes an der Eppenschlager Schule durch den Kirchdorfer Kooperator. Nach wiederum 30 Jahren wurde dann 1895/96 bei einer Schulinspektion erstmals darüber gesprochen, dass es wünschenswert wäre, die Eppenschlager Kapelle zu vergrößern, damit die Schulkinder dort wenigstens ab und zu einer hl. Messe beiwohnen könnten. In Wirklichkeit freilich ging es um weit mehr: Die Eppenschlager wollten eine eigene Kirche und schließlich eine eigene Seelsorgestelle. Doch sollte sich der Weg dahin noch als lang und schwer erweisen und auch nur trickreich zielführend sein, wie aus der unterschiedlichen Bezeichnung des kirchlichen Gebäudes deutlich zu erkennen ist.      

Völlig unverhofft kam den Eppenschlagern aber zunächst die Untat eines jungen Brandstifters zu Hilfe. Ein Hüterbub legte nämlich am 1. Juli 1899 Feuer. Doch konnte Dank rascher Hilfe der größte Teil des Dorfes gerettet werden. Aus Dank dafür griffen die Eppenschlager den Gedanken einer Kapelle für den Schulgottesdienst wieder auf und organisierten 1900 eine Kirchenbauvereinigung. Schon im Herbst 1901 war die neue Dorfkapelle fertig. 22.000 Mark hat das überdimensionale Gebäude damals gekostet. Dekan Fürst von Zwiesel hat die neue Kapelle am 25. November 1901 bei der ersten Messfeier zu Ehren der heiligen Katharina benediziert. Schon drei Tage später beantragte die Vertretung des Schulsprengels am 28. November 1901 zweimal in der Woche einen Schulgottes-dienst. Allerdings kam sie mit ihren angebotenen 70 Pfennig je Messe nicht durch, sondern musste an Kirchdorf 1,95 Mark je Gottesdienst zahlen.  

1903 wurde dann zum Zweck des Kirchenbaus ein eigener e.V. gegründet. Darum sprach man fortan auch nicht mehr von einer Kapelle, sondern von einem Kirchlein und forderte auch gleich einen Sonntagsgottesdienst mit Predigt. Ein Jahr später (1904) erklärte sich der Verein dazu bereit, eine Priesterwohnung zur Verfügung zu stellen und eine Friedhofsanlage zu errichten. 1906 erging an das Ordinariat die Bitte, in der Nebenkirche das Allerheiligste aufbewahren zu dürfen. Von 1908 an hielten dann abwechselnd, aber nicht regelmäßig, die Pfarrer von Schönberg und Kirchdorf Sonntagsgottesdienste. Den Eppenschlagern war das freilich zu wenig. Um ihren Absichten mehr Gehör zu verschaffen, läuteten sie jeden Sonntagvormittag die Kirchenglocken. Wenn kein Geistlicher kam, beteten sie anschließend in ihrer Kirche den Rosenkranz. Gleichzeitig bestreikten sie sechs Jahre lang die Sonntagsgottesdienste in Schönberg und Kirchdorf. Dieses ungebührliche Verhalten brachte ihnen heftige Kritik von Seiten des Ordinariats ein.  

Nachdem sich die Wogen wieder etwas geglättet hatten, schickte man am 5. August 1913 den Kirchdorfer Kooperator Johann Baptist Mandl als provisorischen Hilfspriester nach Eppenschlag. Weil man hier noch keine eigene Wohnung für ihn hatte, musste er sich vorerst im ehemaligen Zellner-Haus einquartieren. Das ärgerte den Geistlichen. Etwa zwei Jahre schaute er zu. Dann beschwerte er sich in Passau. Daraufhin teilte das Ordinariat mit, dass es den Kooperator wieder abziehen werde, wenn nicht bis Ende des Jahres ein Priesterwohnhaus fertig sei.  

Doch ließen sich die Eppenschlager auch dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr errichteten sie ein Jahr später (1917) zunächst einmal einen eigenen Friedhof. Das Priesterwohnhaus dagegen sollte erst kommen, wenn die seelsorgliche Eigenständigkeit gesichert sei. Damit war nun das Ordinariat wieder am Zug. Und das antwortete mit einer katholischen Lösung, die unterm Strich ein klares Jein bedeutete: Denn am 21. Januar 1919 wurde Eppenschlag innerhalb der Pfarrei Kirchdorf selbständige Expositur Gemeinde. Jetzt mussten die Eppenschlager wieder handeln. Das Wohnhaus für den Geistlichen musste her. Am 22. März 1920 begann man mit dem Bau, und es wurde sogar im selben Jahr noch fertig. Der Geistliche konnte einziehen. Damit war eigentlich alles da, was man damals als Pfarrei brauchte: eine Pfarrkirche, ein Pfarrer, ein Pfarrhof, ein Friedhof. Nur nennen durfte man das alles noch nicht so. Doch sollte sich auch das bald ändern. Am 13. April 1921 erhob der Passauer Bischof Sigismund Felix Eppenschlag zur Pfarrei und die Exposturkirche St. Katharina zur Pfarrkirche. Auf diese Weise wurde Johann Baptist Mandl der erste Pfarrer der Pfarrei Eppenschlag. Er blieb das bis zu seiner Ernennung zum Pfarrverweser in Erlach a. I. am 1. November 1939. Sein Nachfolger in Eppenschlag wurde der bisherige Pfarrer von Stammham, Matthias Wagner. Am 28. Mai 1940 erhielt das bis dahin lediglich als Kapelle benedizierte Gotteshaus durch Bischof Simon Konrad Landersdorfer auch noch die Weihe als Pfarrkirche. Pfarrer Matthias Wagner trat am 1. August 1946 nach 33 Priesterjahren in den Ruhestand. Ihm folgte als dritter und auch schon letzter Eppenschlager Pfarrer der aus Zenting stammende Joseph Vollath. Als Joseph Vollath nach einem langen und schaffensreichen Wirken am 2. Mai 1973 verstarb, wurden die beiden Pfarreien Schönberg und Eppenschlag zu einem der ersten Pfarrverbände im Bistum Passau zusammengeschlossen. Damit war der bisherige Schönberger Pfarrer Rupert Ledermüller auch rechtlich für die Pfarrei Eppenschlag zuständig. Nach 14 Jahren in dieser Doppelfunktion wurde er 1987 mit 74 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Als zweiter Pfarrer des Pfarrverbandes Schönberg-Eppenschlag trat Josef Apfelbeck am 15. September 1987 sein Amt an. Er wirkte bis zum 31. August 1998. Mit Michael Bauer wurde am 1. September 1998 schließlich der dritte Pfarrer für diesen Pfarrverband ernannt. Insgesamt scheint die Geschichte der Kirche und der Pfarrei Eppenschlag bisher einem Dreierzyklus gefolgt zu sein, dem in den nächsten Jahren wieder eine größere Veränderung folgen dürfte. -mb

Einen umfangreichen Einblick in diese Thematik gewährt: Peter Slesiona, 1901-1991 90 Jahre Gotteshaus Eppenschlag 1921-1991 70 Jahre Pfarrei Eppenschlag. Mühlbauer Hengersberg 1991