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Eppenschlag unterstützt "Sternenpark Bayerischer Wald"

Der Anblick des sternenübersäten Nachthimmels hat die Menschen seit jeher zum Staunen gebracht und inspiriert. Zur heutigen Zeit ist die ungetrübte Sicht auf die Sterne allerdings vielerorts stark gefährdet. Gemeinsam mit dem Projekt "Sternenpark Bayerischer Wald" möchte sich Eppenschlag aktiv für einen schönen Nachthimmel einsetzen.

Hartwig Löffelmann, Geschäftsführer Naturpark Bayerischer Wald, Dr. Julia Freund und Bürgermeister Peter Schmid

In Mitteleuropa, wie auch in anderen dicht besiedelten Gegenden, gibt es heute keinen Ort mehr, der nicht mehr oder weniger von Lichtverschmutzung betroffen ist. Lichtverschmutzung bezeichnet die zunehmende Umweltverschmutzung der natürlichen Nachtlandschaft durch übermäßige Verwendung künstlichen Lichts. In Deutschland werden die Nächte jährlich um ca. 2-6% heller. Der Blick auf die Sterne wird dadurch mehr und mehr zu einem Luxusgut.

Vielen Menschen, die im Bayerischen Wald aufgewachsen sind, ist nicht bewusst, dass der Anblick der Milchstraße, die man hier an vielen Orten noch mit dem freien Auge sehen kann, mittlerweile etwas Besonderes ist. Aber auch im Bayerwald wird es nachts zunehmend heller. Straßenbeleuchtung, Werbeanlagen, aber zunehmend auch private Beleuchtungsanlagen sorgen dafür, dass es nirgends mehr richtig dunkel wird.

Lichtverschmutzung kann sehr weitreichende Folgen haben. Die Aufhellung des Nachthimmels wird unter anderem mit dem Insektensterben in Zusammenhang gebracht, sie lenkt Zugvögel von Ihren Wanderrouten ab und hat gravierende Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht der Umgebung. Auch für den Menschen ist Licht zur falschen Zeit in höchstem Maße gesundheitsschädlich. Es stört den biologischen Rhythmus, behindert dadurch das Immunsystem und kann uns auf lange Sicht anfälliger für Krebs- und Demenzerkrankungen etc. machen.

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hat es sich mit dem INTERREG-Projekt „Lichtverschmutzung – gemeinsame Lösungsansätze“ zur Aufgabe gemacht, die hier noch annähernd natürliche Nachthimmelsqualität zu erhalten und gegebenenfalls zu verbessern. Im Rahmen dieses Projekts ist geplant, zum Schutz der nächtlichen Dunkelheit vor Ort einen international anerkannten Sternenpark einzurichten. Diese Anerkennung erfolgt durch die Organisation International Dark Sky Assoziation (IDA), die auf der ganzen Welt nach einheitlichen Vorgaben Zertifikate für solche Nachtschutzgebiete verleiht. Der Naturpark arbeitet, zusammen mit dem Nationalpark, bereits seit zwei Jahren an der Vorbereitung und plant, die Bewerbung zum Sternenpark Mitte 2021 bei der IDA einzureichen.

Wichtig für eine erfolgreiche Bewerbung ist vor allem die Unterstützung durch die Kommunen. In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat Eppenschlag beschlossen, sich am Projekt zu beteiligen und dessen Ziele zu unterstützen. Bürgermeister Schmid möchte mit seiner Gemeinde hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten, denn dieser Sternenpark gehört zum Umweltschutz und wird auch ein Bestandteil zum Genussdorf Eppenschlag werden. Hierzu wurden die Beleuchtungsrichtlinien des Sternenparks als Grundlage für zukünftige Maßnahmen in der öffentlichen Beleuchtung anerkannt. Eppenschlag besitzt durchweg moderne LED-Leuchten, die erst seit dem Jahr 2018 im Einsatz sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Straßenleuchten besitzen diese bereits einige deutlich verbesserte Eigenschaften. Lediglich die Lichtfarbe der gewählten LED-Leuchten entspricht nicht den Vorgaben und muss in den nächsten Jahren angepasst werden. Private Beleuchtung ist zwar von diesen Vorgaben ausgenommen, allerdings sollen auch die Anwohner über die Ziele des Sternenparks informiert und zum Mitmachen motiviert werden. Detaillierte Informationen zum Projekt und zu den Möglichkeiten, Lichtverschmutzung zu vermeiden, können über den Naturpark erhalten werden (z.B. hier: www.naturpark-bayer-wald.de/lichtverschmutzung.html).

Die Einrichtung eines Sternenparks ist auch eine Chance für den Tourismus. Sogenannte Astrotouristen, d.h. Hobbyastronomen, die an ihren Wohnorten aufgrund der örtlichen Lichtverschmutzung keine Gelegenheit zu ausgiebigen Himmelsbeobachtungen mehr haben, können gezielt angesprochen werden. Erholungssuchende und Kurgäste, die beispielsweise unter Schlafstörungen leiden, können von der relativen Dunkelheit im Sternenparkgebiet ebenfalls profitieren. Letzten Endes soll Sternenpark allen zugutekommen, den Besuchern ebenso wie der Gesundheit der Einheimischen und vor allem auch der Natur.