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Vereine stellen sich vor: Krieger und Soldatenverein

Nachdem sich die Wurzeln der Eppenschlager Veteranen sogar in das Jahr 1871 zurückverfolgen lassen (hier gründete sich ein „vereinigter Veteranen- und Kriegerverein Kirchdorf- Eppenschlag“) war wohl der Kriegsausbruch 1914 der unmittelbare Anlass zur Gründung eines eigenständigen Vereins in Eppenschlag. Urkundlich belegt ist das Gründungsdatum des „Krieger- und Veteranenvereins Eppenschlag“ mit dem 16. August 1914 im Rahmen eines Festgottesdienstes mit Fahnenweihe. Inmitten der Kriegsgeschehnisse bereicherte der neugegründete Verein mit seiner Fahne auch damals schon kirchliche und andere feierliche Anlässe im Dorf.

Viele Eppenschlager mussten in den Kriegsjahren ihr Leben lassen und so machte es sich der Krieger- und Veteranenverein zur Aufgabe, treibende Kraft zur Errichtung eines Kriegerdenkmals zu sein. 1920/21 von Gemeinde und Pfarrei gemeinsam errichtet, fand das Kriegerdenkmal zuerst mitten im Dorf einen repräsentativen Standort und wurde am 21. August 1921 feierlich eingeweiht. Bis heute erinnert das Kriegerdenkmal am neuen Standort am Friedhofseingang an die gefallenen Kameraden und dient als Mahnmal für den Frieden.

Einschnitte im Vereinsleben gab es mit zunehmender Herrschaft der Nationalsozialisten bis schließlich 1934 alle Krieger- und Veteranenvereine aufgelöst wurden. Trauriger Höhepunkt der Vereinsgeschichte war neben den vielen Toten und Vermissten im  Laufe des Zweiten Weltkrieges der Verlust der Vereinsfahne, die beim Einmarsch der Amerikaner 1945 ein Raub der Flammen wurde.

Erst Anfang der 50er Jahre wurde das Verbot von Traditionsvereinen aufgehoben und so kam es am 4. Juni 1953 zur Neugründung des „Krieger- und Veteranenvereins“ Eppenschlag. Laut Protokoll waren damals 38 Veteranen des Ersten und Zweiten Weltkrieges zur Gründungsversammlung erschienen und auch in den Folgejahren war ein erheblicher Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Trotz der noch wirtschaftlich schwierigen Zeit wagte man sich an die Neuanschaffung einer Fahne, die am 16. Mai 1954 feierlich eingeweiht wurde. Auch die Anschaffung der Salutkanone erfolgte im Jahr 1954, wahrscheinlich durch den finanziellen Erfolg der Fahnenweihe ermöglicht.

Neben kleinerer Schwierigkeit bei der Besetzung der Vereinsämter hatten die Eppenschlager Veteranen einen stetigen Engpass in der Vereinskasse, da die Musikkosten beim Jahrtag und bei Beerdigungen eines Kameraden eine erhebliche Belastung darstellten. Auch die wachsende Zahl an Reservisten der Bundeswehr hatte ihre Auswirkungen auf den Verein. Mit Beschluss der Jahreshauptversammlung vom 12. April 1971 erfolgte die Umbenennung in „Krieger- und Soldatenverein Eppenschlag“.

Höhepunkte in der neueren Vereinsgeschichte waren sicherlich die Anschaffung einer einheitlichen Vereinsuniform Mitte der 80er Jahre und der Umbau des Bräustadls in einen Feststadl zusammen mit dem Schützenverein. Bis heute hat der Verein dadurch die Möglichkeit witterungsunabhängig seinen Jahrtag zu feiern.

Der Jahrtag hat neben der Pflege der Kameradschaft auch den Zweck, der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege zu gedenken. Auch sonst beteiligt sich der Krieger- und Soldatenverein am Gemeindeleben, sei es bei kirchlichen Festtagen oder bei Veranstaltungen anderer Vereine in der Gemeinde.

„100 Jahre – 100 Mitglieder“ war das Motto als man sich zur Durchführung eines 100- jährigen Gründungsfestes entschlossen hatte. Bei ca. 60 Mitgliedern zu diesem Zeitpunkt eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber mehr als erfüllt wurde. Mit frisch restaurierter Fahne wurde am 13. Juli 2014 das Jubiläum gefeiert. Ein prächtiger Festzug, umrahmt von Festkutschen und Musikkapellen führte zum Festgottesdienst in den Eppenschlager Freizeitpark. Bereits vor dem eigentlichen Jubiläum wurde offensichtlich, wie wichtig die Durchführung des Gründungsfestes auch in Hinblick auf die Zukunft des Vereins ist.

Soldaten- und Kriegervereine liegen nicht im Trend, bei vielen Traditionsvereinen gehen die Mitgliederzahlen seit Jahren rapid bergab. Der Krieger- und Soldatenverein Eppenschlag zeigt Flagge und zählt aktuell 116 Mitglieder. Sinn und Zweck des Vereins sind aufgrund der Rahmenbedingungen neu zu definieren und ein Abrutschen zu einem reinen Gesellschaftsverein gilt es zu verhindern. Wie alle anderen Krieger- und Soldatenvereine ist und bleibt der KSV- Eppenschlag

„Mahner für den Frieden“

Text: Alois Fuchs

An dieser Stelle bedankt sich der Krieger- und Soldatenvereins Eppenschlag bei den beiden Chronisten Peter Slesiona und Karl Reith, die zur Erstellung der Festschrift zum 100- jährigen Gründungsfest die Geschichte des KSV- Eppenschlag aufgearbeitet haben. Textstellen für diesen Bericht wurden aus der Festschrift übernommen.

Bilder: Alois Fuchs / Fotostudio Sepp Eder