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De scheensten Fleckerl : Rossschwemm

Geschichtsträchtig und sagenumwoben liegt die Rossschwemm am südwestlichen Teil der Gemeinde Eppenschlag und bildet die Grenze zur Gemeinde Innernzell und zur Gemeinde Kirchdorf im Wald im Landkreis Regen.

Die Rossschwemm ist eine Wasseransammlung, besser gesagt ein großer Kessel, der von drei Bächen gespeist wird. Von Osten her der Hungermühl- und  Röhrnachbach, die sich aber kurz vorher, beim alten Fürstberger E-Werk noch vereinigen. Vom Westen her erreicht der Geernbach die Rossschwemm. Von hier aus bildet sich die Mitternacher Ohe, die gen Süden weiterfließt. Schon der Name verrät es, dass es sich in früheren Zeiten um eine Pferdetränke handelte, bei der die Salzsäumer auf ihren beschwerlichen Weg nach Böhmen wahrscheinlich eine kleine Rast einlegten.  

Über mehrere Wander- und Radfahrwege ist die Rossschwemm erreichbar. Sie ist nach wie vor ein beliebter Treffpunkt, sowohl für Jugendliche, für Familien, für Wanderer, einfach für jedermann.  Sei es bei einem erfrischenden Bad oder bei einem gemütlichen Picknick, sie hat bis heute seine Anziehungskraft nicht verloren. Man fühlt sich wohl, sie hält zum Innehalten ein und man kann seine Seele so richtig baumeln lassen.

Geschichtsträchtig ist dieser Ort deshalb, weil man unmittelbar an und in der näheren Umgebung Spuren aus verschiedenen und vergangenen Zeitepochen findet, die eventuell bis zur Keltenzeit zurückreichen. Eine zentrale Rolle dürfte dabei auch das Keltendorf Aschach gespielt haben, das sich im Gemeindebereich Innernzell befand. Aus verschiedenen Richtungen bewegten sich Hohlgassen zur Rossschwemm. Ganz in der Nähe der Rossschwemm stößt man zum Beisspiel am Ufer des Geernbaches auf massive Steinfundamente die vor langer Zeit zu einer Brücke gehörten. Ferner befand sich früher, laut mündlichen Überlieferungen, die Ortschaft Grünbach am östlichen Zufluss der Rossschwemm. Alte Flurnamen und Fundamentreste geben Aufschluss auf diese Tatsache. Auch die verschwundene Ortschaft Geern, die man in der Nähe der Zellermühle vermutete und die laut der ältesten Kloster-Urkunde von Niederalteich schon damals eine Wüstung war gibt Zeugnis einer bewegten Vergangenheit. Da sich die Handelswege an der Rossschwemm in verschiedene Richtungen bewegten ergeben diese uralten Siedlungsspuren auch einen gewissen Sinn.

Rupert Kraft, Vorsitzender des Kulturkreises