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(fast…) 12 Stunden Feuerwehr – Jugendtag der Feuerwehr

Jeder Jugendliche sollte zumindest einmal in den Genuss eines Jugendtages kommen, bei dem sie 12 Stunden ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Am 24.07.2021 war es nach zwei Jahren endlich wieder so weit. Eine stattliche Anzahl von 11 Jugendlichen stellte sich den Aufgaben, die durch die Jugendwarte Graf Simon und Reitberger Marco sowie den Kommandanten vorbereitet wurden. Auch Bürgermeister Peter Schmidt ließ es sich zu Beginn des Jugendtages nicht nehmen, unseren Feuerwehrnachwuchs zu begrüßen und ihnen für die Bereitschaft zum Wohle der Gemeinschaft zu danken.

Im Anschluss stand erstmal Theorie auf dem Stundenplan, auch das gehört zur Ausbildung. Bei der nächsten Übung waren nicht gerade Jubelschreie zu hören, den Knoten und Stiche mussten geübt werden - nicht ganz ohne Hintergedanken natürlich.
Die Augen der Jugendlichen strahlten, als während dieser Übung plötzlich das erste Mal an diesem Tag die Sirene über die aufgestellten Lautsprecher heulte.

Schnell ausrüsten! Einsatz!

Person in Schacht bei der Skihütte in Fürstberg hieß es auf dem vorbereiteten Alarmfax. Mit strikter Geschlechtertrennung besetzten die Jugendfeuerwehrler die Fahrzeuge und fuhren zur Einsatzstelle an der sie bereits ein aufgebrachter Vater erwartete, da sein Kind in einen Schacht gefallen war. Beim Aufbau des Leiterbocks zum Hochziehen des Kindes konnten dann direkt die zuvor geübten Knoten eingesetzt werden. Souverän retteten die Jugendfeuerwehrler unter vollem Körpereinsatz das Kind (in Form einer Puppe) und versorgten den aufgebrachten Vater. Nach kurzer Übungsbesprechung war die erste Übung des Tages schließlich beendet.
Es ist fast schon Tradition, dass an den Jugendtagen der Feuerwehr Eppenschlag immer Badetemperaturen herrschen, daher wurde beim Wiedereintreffen am Feuerwehrgerätehaus der Faltbehälter aufgebaut und mit rund 3000 Liter Wasser befüllt. Kurz vor der Mittagspause gab es noch einen Crashkurs in Sachen Funk. Jedoch staunten die Ausbilder nicht schlecht, mit welcher Routine hier bereits nach kurzer Zeit gearbeitet wurde.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause, in der sich die Teilnehmer mit Cordon Bleu und Kartoffelsalat stärken konnten, war es erneut so weit.  ALARM!!!

Aber diesmal war alles anders, ein Gruppenführer wurde bestimmt, eine Übungsleitstelle besetzt und das wohl beste, die Einsatzfahrt wurde mit Blaulicht und Martinshorn durchgeführt. Ein brennender Palettenstapel am Eppenschlager Sonnwendfeuerplatz wurde gemeldet. Am Einsatzort angekommen stellten die Jugendlichen fest „da brennt es ja wirklich!“. Sofort wurde ein Löschangriff aufgebaut und mit drei C-Rohren das Feuer sehr schnell in die Knie gezwungen. Was die Jugendfeuerwehrler aber dann auch feststellten (ok mit etwas Zutun der Ausbilder), dass der andere Trupp am C-Rohr noch trocken ist. Also wurde aus dem brennenden Paletten Stapel eine ausgewachsene Wasserschlacht nach dem Motto „Erst wenn das Wasser aus den Stiefeln läuft ist es gut“.
Nass waren die Jugendlichen ja sowieso schon, also ging es nach dem Aufräumen und Bestücken des Fahrzeuges meist nicht ganz unfreiwillig in unseren aufgebauten „Pool“.

Zumindest, bis wieder die Sirene heulte und ein Forstunfall auf dem Fax gemeldet wurde. Trotz des bis dahin schon sehr anstrengenden Tages war noch kein Anzeichen von Müdigkeit bei den Jugendfeuerwehrler zu spüren, als sie das Equipment über den steilen Forstweg zum Einsatzort trugen. Der Baum wurde mit Spanngurt und Ruckzuck (Seilzug) gesichert und die Person, die sich unter dem Baum befand, mit den Hebekissen befreit. Einsatz erledigt, zurück in den Pool wo diesmal auch Jugendwarte und Kommandanten „genötigt“ wurden das kalte Nass zu testen.
Strahlrohrführung mal anders konnten die Jugendlichen beim Strahlrohrfußball im Geschlechterkampf unter Beweis stellen, bevor zum letzten Mal an diesem Tag die Sirene über Lautsprecher heulte, und die Jugendlichen zu einem Brand einer Mülltonne im Freizeitpark ausrückten. Im Freizeitpark angekommen, konnte sogar noch der „Brandstifter“ gestellt werden bevor das Kleinfeuer mit der Kübelspritze gelöscht wurde.

Der Tag war bereits weit fortgeschritten und neigte sich bereits dem Ende daher hieß es trockene Sachen anziehen, Pizza bestellen und noch ein paar Spiele starten. Doch es kam anders als geplant es heulte erneut die Sirene, diesmal aber zu einem Realeinsatz „Verkehrsunfall auf der B85“, was den Jugendtag leider abrupt beendete.

Trotz dem besonderen Ende des Jugendtages, was sicher auch nicht alltäglich ist, war es für die Ausbilder und sicher auch für die Jugendfeuerwehrler ein toller Tag, der bestimmt nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Vielen Dank an unsere Jugendfeuerwehrler für die Teilnahme, den Jugendwarten und Kommandanten sowie allen Helfern beim Jugendtag 2021.Text/Fotos: Martin Tanzer