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Einsatzbereitschaft und Übungseifer trotz Corona

Keine Schwächung durch Corona musste die Freiwillige Feuerwehr Eppenschlag verkraften, wenn auch das Übungsgeschehen nur großen Einschränkungen unterworfen war. So stehen 69 Frauen und Männer in der aktiven Mannschaft bereit, wenn sie gebraucht werden. Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde Raimund Fleck nach 30 Jahren als Gerätewart verabschiedet.

Bürgermeister Peter Schmid, Vorstand Robert Meier und Kommandant Christian Molz gratulierten den geehrten Feuerwehrmännern und dankten für langjährige Treue.

Im März 2020 fand die letzte Jahreshauptversammlung mit einer überwältigenden Beteiligung von 84 Leuten statt“, erinnerte der erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Robert Maier in seinem Tätigkeitsbericht. Überwältigend sei aber auch was gekommen ist, die Corona-Pandemie. „Die verflixte Krankheit hat Vereinsleben und das Übungsgeschehen so beeinflusst wie seit dem 2. Weltkrieg nichts mehr“, so Robert Maier. Er appellierte an die Mitglieder, nach vorn schauen und die Dinge positiv sehen. Es gäbe viele Probleme aber Kopf in den Sand stecken, Fehler bei den anderen suchen helfe nicht weiter. Unsere Feuerwehr könne aber die Pandemie durchstehen, wenn alle weiterhin zusammenstehen. Das die Mitglieder der Feuerwehr auch in schweren Zeiten die Treue halten, zeigte sich an der Beteiligung an der Jahreshauptversammlung. 37 aktive und zehn passive Mitglieder waren an dem Abend im Vereinslokal „Obern Wirt“ erschienen. Besonders erfreulich war mit 14 Abwesenden wieder die Beteiligung der Feuerwehr-Jugend.

Die „Versteigerung dahoam“, eine Idee des ehemaligen Vorsitzenden des Wintersportvereins Karl Spannfellner, wurde gemeinsam mit dem WSV und dem KSV geplant und stieß auf überraschend gute Resonanz. „Geselchtes und Glaslfleisch musste nachproduziert und mehr Brot gebacken werden. Für die Auslieferung der Waren wurde sogar ein eigenes Hygienekonzept erstellt. „Doch am Ende waren alle zufrieden und auch der Erlös war sehr gut“, berichtete Maier über eine der wenigen möglichen Vereinsaktivitäten.

Das Pfingstfest, normalerweise der alljährliche Höhepunkt musste 2021 schon zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden. Doch fast alle Partner seien problemlos aus den Verträgen gegangen, so dass hier keine Kosten entstanden sind. Für das kommende Jahr warb Maier um Unterstützung von allen: „Es wird nicht leicht, im nächsten Jahr wieder ein Pfingstfest auf die Beine zu stellen, da einige langjährige wichtige Stützen voraussichtlich nicht mehr dabei sein werden. Plant den 3. bis 5. Juni 2021 fest ein, denn nur wenn wir alle zusammenhalten, werden wir das Fest wieder erfolgreich durchführen können.“ <s>einplanen.</s> Wir brauchen euch alle und es wird sich zeigen, dass wir zusammenhalten.

Kassier Stefan Denk gab in seinem Bericht einen Einblick in die finanzielle Situation der Eppenschlager Wehr. Im Ergebnis stand auch im Corona-Jahr ein leichtes Plus im Kassenbestand, so dass die Feuerwehr sich in einer gesunden finanziellen Situation befindet. Größte Ausgabe waren Investitionen in die Ausrüstung der aktiven Mitglieder.

Dass in Zeiten der Pandemie vorausschauend und verantwortungsbewusst gehandelt wurde, bescheinigte Robert Maier dem ersten Kommandanten Christian Molz. Dieser habe schon vor offiziellen Anweisungen eine Dienstanweisung über das Tragen von Schutzmasken und Abstandsregeln im Einsatzfall an die aktive Mannschaft herausgegeben. Trotzdem gab es große Einschränkungen für die Feuerwehr, wie Molz in seinem Bericht ausführte. Der Übungsbetrieb musste zunächst ganz eingestellt werden. Doch auch hier waren die Feuerwehrler kreativ. Per Messenger wurden regelmäßig Quizfragen zur Feuerwehr gestellt, was von der Mannschaft gut angenommen wurde. Ab dem Sommer waren Übungen nur in Gruppenstärke möglich, wobei darauf geachtet wurde, dass sich die Gruppen nicht mischten. „Hier hat es sich einmal wieder bewährt, dass wir drei Kommandanten haben“, so Christian Molz. Trotzdem waren die Übungsstunden mit 369 erheblich unter dem Niveau des Vorjahres mit 578 Stunden. Immerhin konnten aber doch 23 Übungen abgehalten werden. Kritsch sah Molz auch die Schließung der Feuerwehrschulen und der Atemschutzstrecken, so dass kaum Lehrgänge möglich waren: „Ein paar solche Jahre mehr können wir uns nicht leisten.“ Aufgrund der positiven Resonanz werden auch zukünftig Übungen in Gruppenstärke zum Übungsplan gehören.

Auch bei den Einsatzzahlen lag das Jahr 2020 mit 13 Einsätzen und 369 geleisteten Stunden auf genau der Hälfte der Einsätze im Vorjahr. Neben drei Brandeinsätzen war die Feuerwehr immer wieder zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Als besonders schwierig und belastend beschrieb Molz die Einsätze, in denen Tote geborgen werden mussten. Als erfreulich bezeichnete es der erste Kommandant, dass die aktive Mannschaft auch in Corona-Zeiten auf 69 Mitglieder zählen kann.

Höchst erfreulich waren auch die Mitgliederzahlen, von denen Jugendwart Simon Graf berichten konnte. 17 Jugendliche engagieren sich in der Jugendfeuerwehr. Auf der Jahreshauptversammlung wurden  mit Uli Denk, Regina Pscheidt, Katharina Maier, Tobias Loibl und Jonas Stadler weitere fünf Mitglieder mit dem traditionellen Handschlag von Vorsitzendem und Kommandanten in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Höhepunkt des Jahres war der Jugendtag im Juli, an dem die Jugendlichen bei verschiedenen Einsatzübungen gefordert wurden. Neben Funkübungen galt es zum Beispiel, Personen aus einem Schacht oder unter einem Baum zu retten. Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz. Als nächste Ziele nannte Simon Graf das Jugendleistungsabzeichen und auch die Vorbereitung zum aktiven Dienst.

Von wenigen Übungsmöglichkeiten berichtete auch der stellvertretende Atemschutzwart der Eppenschlager Feuerwehr Andreas Maier. Die aktuell 24 Atemschutzgeräteträger waren vier Mal zum Einsatz gekommen. Der Übungsbetrieb ist im Mai wieder angelaufen und Maier hofft auf mehr Übungen im neuen Jahr.

Nachdem Berichten und dem positiven Ergebnis der Kassenprüfer Roland Fuchs und Josef Maier war die einstimmige Entlastung der Vorstandschaft nur noch Formsache.

Bei den anschließenden Ehrungen gratulierte der Vorsitzende Robert Maier einigen Mitgliedern und dankte für langjährige Mitgliedschaften.

Zum 50-jährigen Feuerwehr-Jubiläum gratulierte er Albert Garhammer, Johann Garhammer, Alfred Mayer und Max Maier. Dank und Anerkennung für 55 Jahre erhielten Johann Kölbl und Max Schwankl. Sogar zwei Ehrungen zu 60 Jahren in der Eppenschlager Feuerwehr konnte er vornehmen: Josef Wellisch und Michael Maier.

Im Anschluss konnte Kommandant Christian Molz Thomas Maier per Handschlag offiziell in den aktiven Dienst als Feuerwehrmann aufnehmen und Günther Wenig, Roland Fuchs, Andreas Maier und Matthias Maier als fleißigste Übungsteilnehmer ehren.

Allessandro Kabus, Jana Maier, Pascal Fiedler und Jana Schiller wurden zum Feuerwehrmann ernannt, Matthias Maier, Martin Lippok und Jannik Süß zum Oberfeuerwehrmann.

Auch gab es Gratulationen und Dank für langjähre Mitgliedschaften in der aktiven Mannschaft: zehn Jahre für Marita Bauer und Kilian Graf und 25 Jahre für Markus Trauner. Für 40 Jahre im Feuerwehrdienst wurde Herbert Augustin von Kommandanten, Vorsitzendem und Bürgermeister gedankt.

Als Kommandant Christian Molz nun abermals ans Rednerpult ging, war klar, dass jetzt etwas Besonderes kommt. 30 Jahre lang kümmerte sich Raimund Fleck als Gerätewart um Fahrzeuge und Ausrüstung der Feuerwehr Eppenschlag.

„Vier Kommandanten hatten einen Maschinisten, auf den man sich immer verlassen konnte“, so Christian Molz. Und dabei habe er viel mehr gemacht, als seine Aufgabe war: „Er hat am alten VW-Bus die Kupplung gewechselt und auch schon einmal mit eingeschweißten Blechen das Leben der Feuerwehrfahrzeuge verlängert und so unserer Gemeinde viel Geld gespart.“ Fahrzeuge und Gerätschaften waren immer in bestem Zustand und einsatzbereit „Die Feuerwehr Eppenschlag sagt Danke für die geleistete Arbeit und viele sichere Einsatzfahrten“, so Molz, „wir sind immer gut heimgekommen, weil er ein guter Fahrer ist:“ Auch für die Zeit nach ihm als Gerätewart hatte Raimund Fleck beizeiten gesorgt und mit Jonas Buchecker und Matthias Maier zwei junge Feuerwehrmänner an die Aufgabe herangeführt. „Unsere Feuerwehr kann sich glücklich schätzen, solche Leute zu haben“, so der Kommandant.

In seinem ersten Grußwort als oberster Feuerwehrmann der Gemeinde schloss sich Bürgermeister Peter Schmid den Worten des Kommandanten an und dankte Raimund Fleck auch von Seiten der Gemeinde Kommandant und Vorsitzenden.

„Wir haben heute die Berichte gehört, für die geleistete Arbeit möchte ich mich bei allen bedanken“, so Bürgermeister Schmid Die „Versteigeung dahoam“ nannte er genial und innovativ. An die Jugend gewandt, appellierte das Gemeindeoberhaupt: „Bleibt dran, wir brauchen den Nachwuchs für unsere Feuerwehr!“ In Eppenschlag sei alles vernetzt und ineinander verzahnt, das sei etwas ganz Besonderes. Als Beispiel nannte Schmid die Unterstützung der Feuerwehr bei verschiedensten Anlässen, so wie beim Umzug des Kindergartens. „Das macht Spaß und bedeutet meinen Respekt.“

Respekt vor der Arbeit der Eppenschlager Feuerwehr brachte auch der zweite Kommandant des Patenvereins FFW Kirchdorf zu Ausdruck: „Wir kommen immer gerne nach Eppenschlag, weil wir wissen, dass die Feuerwehr hier gut funktioniert.“