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120 Jahre Gotteshaus und 100 Jahre Pfarrei und Pfarrkirche

Gleich zwei wichtige Jubiläen begann die katholische Kirchengemeinde Eppenschlag in diesem Jahr, 120 Jahre Gotteshaus und 100 Jahre Pfarrei und Pfarrkirche. Bereits seit 120 Jahren prägt das Gotteshaus das Eppenschlager Ortsbild. Vor 100 Jahren – im Jahr 1921 - folgte dann die Ernennung zur Pfarrkirche „St. Katharina“ und die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei.

Peter Slesiona schildert in seiner Chronik (links) ausführlich den Werdegang der Eppenschlager Kirche sowie der Pfarrei. Pfarrer Michael Bauer und Pfarrvikar Antony Kurisingal eröffneten mit der Kreuzwegandacht das Jubiläumsjahr 2021.

Der langjährige Eppenschlager Kirchenpfleger und Chronist, Peter Slesiona schilderte umfangreich in der im Jahr 1991 erschienen Festschrift die Entstehungsgeschichte. Aus dieser Pfarrchronik ist zu entnehmen, dass es das Ziel der Eppenschlager im 19. Jahrhundert war, vor Ort über eine eigene Kirche und eine eigene Seelsorgestelle zu verfügen. Auch war es den Eppenschlagern zur damaligen Zeit sehr wichtig, ihre Kinder in der eigenen Gemeinde unterrichtet zu wissen. So entsprach das Bischöfliche Ordinariat Passau dem Wunsch der Königlichen Regierung von Niederbayern, die Pfarrei Kirchdorf, zu deren Pfarrsprengel der größte Teil des Schulsprengels gehörte, zu verpflichten, den Religionsunterricht durch den Kirchdorfer Kooperator in Eppenschlag erteilen zu lassen. 1895/96 ersah man es als wünschenswert, wenn „die Schulkinder wenigstens manchmal an einer hl. Messe beiwohnen könnten“. Aber mindestens ebenso wichtig war den Eppenschlagern die ortsnahe religiöse Versorgung der gesamten Gemeinde. Dazu musste die bestehende Kapelle vergrößert werden. Ein Kirchengebäude sollte zur geistigen Mitte und zum markanten Mittelpunkt der Ortschaft werden. Und das Zukunftsziel, auch einmal selbständige Pfarrei zu werden, ließ das Projekt beginnen.

Diesem Vorhaben kam der Umstand einer Brandstiftung 1899 zu Hilfe, welcher die bestehende Kapelle und einen Teil des Dorfes dem Feuer zum Opfer fiel. Kurzer Hand wurde eine Kirchenbau-vereinigung ins Leben gerufen und im Frühjahr 1901 der Grundstein des Gotteshauses gelegt. Bereits im Herbst war der Bau vollendet und am 25.11.1901 durch Dekan Fürst aus Zwiesel zu Ehren der Hl. Katharina geweiht. Es war angedacht, pro Woche zwei Schulgottesdienste abzuhalten. Ab 1903 kämpfte der Kirchbauverein Eppenschlag e.V. für weitere kirchlich-religiöse Funktionen und somit für die Einrichtung einer eigenen Seelsorgestelle. Man sprach jetzt von einem Kirchlein und man forderte Sonntagsgottesdienste mit Predigt. 1906 durfte das Allerheiligste aufbewahrt werden, ab 1908 wurden regelmäßig Sonntagsgottesdienste von den jeweiligen Pfarr-herren aus Schönberg und Kirchdorf zelebriert. Noch nicht genug: Nach langen hartnäckigen Protesten wurde 1913 der Kirchdorfer Kooperator Johann Baptist Mandl als provisorischer Hilfspfarrer nach Eppenschlag entsandt. Am 21.1.1919 wurde Eppenschlag zur selbständigen Expositurgemeinde ernannt und schließlich am 13.04.1921 wurde Eppenschlag durch den Passauer Diözesanbischof Sigismund Felix zur Pfarrei und die Expositurkirche zur Pfarrkirche St. Katharina erhoben. Johann Baptist Mandl wurde als erster Pfarrer in Eppenschlag installiert. Eine „oberhirtliche“ Weihe zur Pfarrkirche erfolgte erst viele Jahre später am 28. Mai 1940: Bei dem ersten offiziellen Besuch eines Bischofs in Eppenschlag erfolgte die Kirchenkonsekration.

Seiher waren zum Erhalt des Kirchengebäudes mehrfache Renovierungen und Umgestaltungen unumgänglich, wodurch das Eppenschlager Gotteshaus ihr schmuckes heutiges Aussehen erhielt.

Seit 1998 sorgt Bischöflicher Geistlicher Rat (BGR) Michael Bauer für die seelsorgerische Betreuung der Pfarrei und wird hierbei seit 2015 von Pfarrvikar Antony unterstützt. Bereits zum Jahresbeginn erstellten die beiden Priester eine illustrierte Kreuzwegandacht als Geschenk zum Jubiläumsjahr, wofür Ihnen durch den Kirchenpfleger Peter Graf und den Pfarr-gemeinderatsvorsitzenden Max Peindl ein großes Dankeschön ausgesprochen wurde. Text/Foto: Gisela Reith