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Vereine stellen sich vor: Der Schnupferclub Eppenschlag

Im Januar 1976, zu einer Zeit als es noch keine Mobiltelefone und sonstige sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram und wie sie alle heißen) gab, auch das Haustelefon war noch keine Selbstverständlichkeit, war die damalige Jugend gezwungen, sich an vereinbarten Orten zu treffen, um so die sozialen Kontakte zu halten. Bei solch einer Zusammenkunft, damals noch im Gastahaus Schmid (heute Oberer Wirt) beschlossen 6 Jugendliche (Buchecker Franz und Reinhard, Kraft Rupert und Klaus sowie Loibl Erich und Kucharek Walter) einen Stammtisch zu gründen, um die wöchentliche Zusammenkunft sicher zu stellen.

Nachdem sich die Namensfindung nicht ganz einfach gestaltete und damals das „Schnupfen“ sowohl bei Alten als auch bei den Jungen weit verbreitet war, konnte man sich bald auf den Vereins Namen „Schnupferclub“ einigen.

Bei den nun wöchentlich jeden Dienstag stattfindenden Stammtischen wurden auch gleich die unterschiedlichsten Ideen entwickelt, um etwas Leben in die Gemeinde zu bringen.

Besonders herauskristallisiert hat sich in den ersten Jahren die Leidenschaft zum Wintersport, so dass auch sehr bald die ersten alpinen Skirennen (zuallererst noch in Kirchdorf) veranstaltet werden konnten. Als besonderer Antreiber ist hier Buchecker Franz zu erwähnen, der später dann auch seine „Party Hütte“ zur Verfügung stellte, um am heutigen Lift Hang in Fürstberg den ersten Skilift zu betreiben. Die am Faschingsdienstag durchgeführten „Fasching Rennen“ bei denen der Skihang mit allen möglichen Fortbewegungsmitteln bezwungen wurde, werden unnachahmlich bleiben und für immer unvergesslich sein. Auch die Hütten Bewirtung wurde durch den Schnupferclub organisiert, so dass manch feucht-fröhliche Hüttenabende entstanden. Man kann diese Aktivitäten getrost als Grundstein für den später gegründeten Wintersportverein sehen.

Während der Sommermonate wurden dann auch sehr bald Amateur Fußballturniere veranstaltet, bei denen sich die Stammtische der Gemeinde untereinander aber auch mit unterschiedlichsten Gruppierungen aus angrenzenden Gemeinden messen konnten. Der Fußballplatz an der Spiegelauer Straße war Schauplatz so mancher heiß umkämpften Turniere. Die Siegerehrungen fanden dann abends im Rahmen der „Gartenfeste“ auf dem Vorplatz des Vereins Gasthauses Schmid statt.

Nachdem Eppenschlag einige Jahre ohne Maibaum auskommen musste, nahm der Schnupferclub schließlich auch hier die Organisation in die Hand und stellt nunmehr seit den 80er Jahren zusammen mit der Dorfgemeinschaft den Maibaum in der Ortsmitte auf (und alles immer noch „per Hand“!).

In den Folgejahren kristallisierte sich bei dem damaligen Vorstand, Rupert Kraft, schon der kulturelle Schaffensdrang heraus, er war es dann auch, der die Veranstaltung „Jugend musiziert“ ins Leben rief und so den jungen Talenten eine Bühne gab, um ihr Können einem breiten Publikum zu präsentieren. Zusammen mit der Lehrerschaft der Grundschule Eppenschlag erlangten diese Veranstaltungen Beachtung und Anerkennung weit über die Gemeindegrenzen hinaus. So mancher der jugendlichen Künstler wurde später durch Funk – und Fernsehen bekannt.

Auch die Organisation der des jährlichen Sonnwendfeuers wurde viele Jahre durch den Schnupferclub Eppenschlag, zusammen mit den Rosserern Fürstberg übernommen. Die ersten Lagerfeuer loderten noch auf der Anhöhe zwischen Kleinfürstberg und Fürstberg, bevor man aus logistischen Gründen in die Nähe des Freizeitparks wechselte. Diese Veranstaltung konnte schließlich an die Jugend der FFW Eppenschlag abgegeben werden.

Bis heute tritt der Schnupferclub im 2-jährigen Turnus als Organisator der Säuberungsaktion „Afgramt wird“ in Erscheinung, bei der, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und allen ortsansässigen Vereinen, an einem Frühjahr - Samstag das Gemeindegebiet von unachtsam weggeschmissenem Unrat bzw. illegaler entsorgtem Müll gereinigt wird.

Die Spuren der Zeit gehen auch an diesem Verein bzw. deren Mitgliedern nicht spurlos gegenüber, die letzte größere Veranstaltung war das Weinfest zur Feier des 40-jährigen Bestehens, das 2016 im Feststadl durchgeführt werden konnte. Die Stammtischabende in der alten Form gibt es nicht mehr, die aktuellen Aktivitäten liegen in gemeinsamen Wanderungen, bzw. ausgedehnten Radtouren, natürlich immer mit einer Einkehr und geselligem Zusammensein verbunden. Ebenso ein fester Bestandteil ist und bleibt der jährliche Vereinsausflug, der uns schon in so ziemlich alle Nachbarländer geführt hat und hoffentlich auch weiterhin interessante Ziele zum Erkunden bieten wird. (Michael Perl)