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Eppenschlager Friedhofgeschichte

Im Jahre 1900/1901 wurde in Eppenschlag die Kirche erbaut. 1913 schickte man den Kirchdorfer Kooperator Johann Baptist Mandl als provisorischer Hilfspriester nach Eppenschlag. Im Jahr 1917 wurde in Eppenschlag der Friedhof errichtet, bis dato musste man nach Kirchdorf, um jemanden Beerdigen zu lassen. Und das bei jedem Wetter, ob zu Fuß oder mit einem Trauerpferdegespann.

Im Juni 1917 wölbte sich der erste Grabhügel auf dem Eppenschlager Friedhof. Im selben Jahr im Oktober erhielt der Friedhof durch Dekan Engelbert Reiß die kirchliche Weihe. Bis zum Bau der Friedhofsmauer 1929 war dieser lediglich mit einem einfachen Lattenzaun umfriedet. Etwa 43 Jahre später ist von der politischen Gemeinde ein Leichenhaus errichtet worden. Dieses verfügt über eine eigene Kühlung. 1977 wurde der Friedhof durch einen Teil des Pfarrgartens erweitert.

2016 wurde ein Naturfriedhof geplant – und umgesetzt. Auf dem Vorplatz vor dem Leichenhaus wurde eine Bank aufgestellt. Um die angrenzende Wohnbebauung abzuschirmen ist die nördliche Granitsteinmauer bepflanzt worden. Im alten, traditionellen Friedhofsbereich schaffte man Platz für Urnengräber. Die marode Bruchsteinmauer im Süden ersetzte man durch eine Hecke, die innen Platz für zwei Urnengrabreihen bietet. An diese Hecke schließt sich im neuen Friedhofsteil das eigentliche Urnengräberfeld im Naturstil an.

Die Wasserstelle wurde barrierefrei und als gemeinsamer Ruheplatz umgestaltet. Im neuen Friedhofsteil wurden Sträucher in Gruppen gepflanzt und die kaputten Betonkanten ausgewechselt. So kam man dem Wandel der Begräbniskultur entgegen – nach 100 Jahren Erd-Sagbestattung ist nun auch eine Urnenbestattung möglich.

Da die Friedhofsmauer aktuell in einem nicht allzu guten Zustand ist, wird diese in absehbarer Zeit saniert.

Um den Aushub der Gräber kümmern sich unsere Bauhofmitarbeiter Peter Graf, der bereits seit 29 Jahren Totengräber ist, und Christian Molz. Da man mit dem Bagger keinen Platz hat, wird das Grab von Hand ausgehoben. So ein Grab ist in der Regel ca. 2 m tief!

Dass die Friedhofsanlage „unkrautfrei“ und „sauber“ ist verdanken wir Roswitha Bschlangaul. Sie hat sich in den letzten 2 Jahren um die Feinheiten gekümmert. Die groben Arbeiten erledigen die Mitarbeiter des Bauhofs. Da Frau Bschlangaul zum Ende des Jahres aufhört, wird ein/e Nachfolger gesucht.

Im September 2020 wurde eine neue Friedhofssatzung erlassen. Einige Grabsteine und Einfassungen der Gräber entsprechen nicht unserer Friedhofsatzung. Deshalb bitten wir interessierte Bürgerinnen und Bürger sich rechtzeitig beim Standesamt in Schönberg diesbezüglich zu informieren Diese Friedhofssatzung kann jeder, der Interesse hat, einsehen.

Die Formalitäten bei einer Bestattung erledigt Herr Stefan Süß von der Verwaltungsgemeinschaft Schönberg. Bei ihm erfahren Sie, was Beispielsweise ein Sarg-Grab oder ein Urnen-Grab kostet. Sie können sich auch bereits zu Lebzeiten ein Grab reservieren.

Auf dem „alten Friedhof“ sind derzeit 14 Sarg-Gräber und 28 Urnengräber nicht belegt. Auf dem „neuen Friedhof“ sind 13 Sarg-Gräber frei und von den Urnen-Gräbern sind derzeit 6 belegt. In dem naturnahen Urnengrabfeld sind noch reichlich „freie“ Urnen-Gräber vorhanden.

Beerdigen lassen kann man sich auf dem Friedhof nicht nur wenn man Römisch-Katholisch ist, sondern auch alle anderen Konfessionen und auch Konfessionslose!

Text: Regina Breit /Fotos: Roswitha Bschlangaul

Informationen sammelte ich unter anderem aus dem Buch 90 Jahre Gotteshaus von Herrn Peter Slesiona