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Haus der Bäuerin wird zum Gemeindehaus

Das Anfang der 50er Jahre gebaute Haus diente als Gemeindekanzlei, Feuerwehr-Gerätehaus, Wohnhaus, Mosterei, Gemeinschaftsküche, Freibank und Bankfiliale. Nach einigen Jahren Leerstand und Verfall wurde es jetzt saniert und erstahlt als Mittelpunkt der Gemeinde in neuem Glanz.

Unter Bürgermeister Max Weber wurde im Jahre 1950 der Bau begonnen und konnte im Jahre 1952 fertiggestellt werden. Die Segnung fand im Jahre 1953 statt. Darin befand sich die Gemeindekanzlei, die bis 1981 in vollem Umfang durch Gemeindeschreiber Xaver Roth genutzt wurde und war zugleich Trauzimmer, Bürgermeisterbüro und Sitzungsraum. Anschließend waren die Räumlichkeiten Außenstelle der VG Schönberg bis 2014.
Untergebracht war ein Geräteraum für die Feuerwehr mit markantem Schlauchtrocknungsturm (bis 1974). Die Wohnung im Ober- und Dachgeschoss, wurde bis in die 1970er Jahre vom Gemeindeschreiber mit Familie bewohnt. Anschließend wurde die Wohnung an mehrere Parteien bis vor ca. 15 Jahren vermietet. Das Haus der Bäuerin hatte Räumlichkeiten für Mosterei mit Flaschenabfüllanlage (Nutzung bis in die 1960er Jahre), eine Gemeinschaftsküche (Nutzung bis in die 1960er Jahre), die auch als Hauswirtschaftsschule genutzt wurde. Eine Freibank mit Schlacht- und Kühlraum war bis ca.2000 untergebracht. Die Freibank war eine Einrichtung zum Verkauf minderwertigen, aber nicht gesundheitsschädlichen Fleisches, das in der Fleischbeschau als bedingt tauglich eingestuft wurde.

Unter Bürgermeister Karl Reith wurde 1981 ein Teil des Erdgeschosses umgebaut und Eppenschlag erhielt erstmals eine Bankfiliale, die von der damaligen Raiffeisenbank Schönberg, jetzt Raiffeisenbank Am Goldenen Steig, im Haus der Bäuerin eingerichtet und bis 1999 betrieben wurde.Die Freibank und Kühlräume wurden 1982 saniert und 1991 wurde mit dem Umbau der Kellerräume in Jugendräume begonnen. Fertigstellung und Segnung war im Jahr 1992. 15 Jahre lang war dies ein gut angenommener Jugendtreff und Heimstatt einer sehr aktiven und lebendigen Jugendarbeit.

Im Jahr 2007 ließen die Aktivitäten allmählich nach und langsam aber sicher stand das Haus leer und dem Verfall ausgesetzt. Es war immer wieder ein umstrittenes Thema, was aus dem ehemaligen Haus der Bäuerin in Eppenschlag werden sollte. Wegen der nassen Wände wurde viel diskutiert und gestritten und viele waren der Meinung, dass es besser wäre, das Haus abzureißen. Hervorzuheben sei dabei die richtige Entscheidung von Bürgermeister Christian Süß mit den Gemeinderäten in dieser Amtsperiode, das Haus der Bäuerin nicht abzureißen, sondern zu sanieren.

Bürgermeister Schmid, der seit 2020 im Amt ist, und seinem Gemeinderat war es ein großes Anliegen, diese Arbeit fortzusetzen. Da war es schon noch eine etwas größere Baustelle. Man erinnert sich an das nasse Gemäuer – so wurde die Sanierung der Mauer nochmals neu angegangen. Nachträglich wurde auch noch ein Aufzug eingebaut.

Dank eines gut aufgestellten Nutzungskonzeptes, konnte die Maßnahme vom Freistaat Bayern mit dem Kommunalinvestitionsprogramm KIP gefördert werden. Heute können wir sagen, dass wir ein schönes und attraktives Gemeindehaus haben, es liegt nun an uns es mit Leben zu füllen. Der Bezug zur Regionalität im Gemeindehaus sollte auch sichtbar gemacht werden, so erhielten alle Räume einen eigenen Namen.
Am 7. Mai war es endlich soweit – das Gemeindehaus konnte offiziell eingeweiht werden. Ab 10 Uhr standen die Türen für die geladenen Ehrengäste offen. Den Sektempfang, im Jugendraum „Rossschwemm“, umrahmte Regina Pscheidt musikalisch auf Ihrer Steirischen. Anschließend wurde das Gemeindehaus durch Frau Pfarrerin Sonja Schuster und Herrn Pfarrer Michael Bauer gemeinsam eingeweiht. Das Gemeindehaus steht nun unter dem Schutz von unserem Herrgott. Als Erinnerung überreichte Pfarrerin Sonja Schuster eine Pflanze – sie muss gepflegt werden, wie das Gemeindehaus – um wachsen zu können, Herr Pfarrer Michael Bauer überreichte ein schönes Glaskreuz.

Im Obergeschoss Raum 1 „Goaßmarkt“ werden unter anderem Kochkurse und Seminare durchgeführt.
Im Raum 2 „Da Wechsl“ kann sich die Mutter-Kind-Gruppe treffen, auch ist er bestens geeignet für Lesungen und Vernissagen des Kulturkreises.
Im zweiten Obergeschoss ist das kleine Büro „Am Eisenstein“ für die Koordination aller Aktivitäten im Gemeindehaus.
Im größeren Büro „Hoibastoa“ hält Bürgermeister Peter Schmid Bürgersprechstunden ab und die Redaktion des Gmoabladl-Teams hat hier ihren Platz.
Im Bürgersaal „Hessenstoa“ können Gemeinderatssitzungen, Trauungen, Kirchenchorproben, Seniorennachmittage, Frauenbund- und Kirchenverwaltungssitzungen sowie Seminare und Besprechungen verschiedenster Art durchgeführt werden.
Der Archivraum im Dachgeschoss wurde „Daxstein“ genannt, hier können die 13 Vereine der Gemeinde ihre Unterlagen aufbewahren.
Ein behindertengerechter Eingang sowie ein Aufzug sind ein weiteres wichtiges Detail der Sanierung. Die Außenanlage rund um das neue Gemeindehaus wurde mit Parkplätzen und grünen Inseln gestaltet, wo Bäume mit alten Obstsorten wie Gravensteiner, Birne Klapps Liebling und Gellerts Butterbirne gepflanzt wurden.

Nach der Besichtigung lud Bürgermeister Peter Schmid alle anwesenden zu einem gemeinsamen Mittagessen zum „Obern Wirt“ ein.
Nach seiner umfangreichen Begrüßung sprach er ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, besonders an den Gemeinderat, an die gute Seele des Hauses - Eva Schneider - und an unsere sehr fleißigen Bauhofmitarbeiter Graf Peter und Molz Christian die manches Problem unbürokratisch lösten, aus. Peter Schmid nahm Geldgeschenke entgegen. Der Kulturkreis überreichte 3000 Euro für die Förderung von Kindern und Jugendlichen. 1000 Euro überreichte der Gemeinderat für die Anschaffung einer Erinnerungstafel für das „Haus der Bäuerin“. Ein großes Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Eppenschlag im smarten Ilzer Land“ überreichte Grafenau´s Bürgermeister Alexander Mayer. Aber auch Bürgermeister Schmid hatte für die Gäste kleine Geschenke parat – das „Eppenschlager Eiskellerbier“ durfte sich jeder mit nach Hause nehmen. Nachmittags standen die Türen des Gemeindehauses für die Bürger der Gemeinde offen. Bei Würstlsemmeln und kühlen Getränken wurde das Gemeindehaus besichtigt und Bürgermeister Peter Schmid freute sich über viele nette Gespräche.
Text/Foto: Regina Breit/Archiv Gemeinde