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Eppenschlager Wehr feiert ihr neues HLF 20

Mit einem großen Festtag wurdedas neue Eppenschlager Feuerwehrfahrzeug HLF20 geweiht. Bei strahlendem Frühsommerwetter feierte die Freiwillige Feuerwehr den erfolgreichen Abschluss der Fahrzeugbeschaffung. Zahlreiche Ehrengäste, Feuerwehrler und Bürger feierten mit.

Im Festzug durch das Dorf folgen dem neuen HLF 20 die Musikkapelle, die Ehrengäste und die Vereine.

Neben dem neuen HLF 20 zelebriert Pfarrer Michael Bauer am Feldaltar den Gottesdienst.

Pfarrer Michael Bauer segnet das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug der Eppenschlager Wehr.

Symbolische Schlüsselübergabe: Bürgermeister Christian Süß (r.) überreicht zusammen mit Magirus-Vertreter Ottmar Fassold (l.) den Schlüssel an Kommandant Christian Molz, der ihn an Gerätewart Raimund Fleck weiter reicht.

Vom Festzelt im oberen Dorf führte das neue, blumenbekränzte Hilfeleistungsfahrzeug HLF 20 der Eppenschlager Wehr einen langen Festzug durch das fahnengeschmückte Dorf hinunter zum Freizeitpark am Klopferbach an. Der Hausinger Hofmarkkapelle, den Eppenschlager Wehrmännern und den zahlreichen Ehrengästen folgten 18 auswärtige Feuerwehrabordnungen mit ihren Fahnen und alle neun Eppenschlager Vereine. Die zweite Hälfte des langen Festzuges führte der Patenverein FFW Kirchdorf an, musikalisch begleitet von der „Klingenbrunner Dorfblosn“.

Ein strahlend blauer Himmel wölbte sich über dem jungen Grün des Freizeitparks als der Festzug dort eintraf. Mehr als 500 Festgäste füllten den weiten Wiesengrund zum Weihegottesdienst des neuen Feuerwehrfahrzeugs, das man auf einer kleinen Anhöhe unmittelbar neben dem Feldaltar in Stellung gebracht hatte. Bischöflicher Geistlicher Rat Pfarrer Michael Bauer zelebrierte den feierlichen Gottesdienst, den die Hofmarkkapelle Haus musikalisch mitgestaltete.

In seiner Predigt bescheinigte der Priester der Feuerwehr gelebte christliche Werte. Mit ihrem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ und mit ihrem Patron, dem hl. Florian, „stellt sie einen eindeutigen und unübersehbaren Bezug zu unserem christlichen Glauben her.“ „Dem Nächsten zur Wehr“ verwirklicht den göttlichen Auftrag „Liebt einander“, was so viel heißt wie „helft, unterstützt einander, vor allem in Not und Gefahr. Und das ist praktizierte Nächstenliebe“, so der Pfarrer.

Doch noch über diesem Gebot stehe „Gott zur Ehr“. „Denn Gott die Ehre zu erweisen und den Nächsten nicht zu vergessen, darin besteht das ganze Gesetz.“ Überall da, wo man glaubt Gott nicht mehr zu gebrauchen, gehe auch die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe zurück. So seien unsere Feuerwehren der ideale Lernort für Kameradschaft und Hilfsbereitschaft, für das solidarische Mit- und Füreinander. „Deshalb muss man froh sein um jedes Kind und jeden Jugendlichen, die den Weg in die Feuerwehr finden“, schloss der Geistliche. Dann segnete er das neue Feuerwehrfahrzeug.

An den Schlusssegen schloss sich der Festakt an. Feuerwehr-Vorstand Robert Maier begrüßte dazu als Ehrengäste Pfarrer Michael Bauer, Bürgermeister und Schirmherr Christian Süß zusammen mit dem 2. Bürgermeister Michael Binder, den Gemeinderäten und Altbürgermeister Karl Reith, die MdL Max Gibis und Alexander Muthmann, stellvertretende Landrätin Helga Weinberger, die Bürgermeister der VG-Mitgliedsgemeinden und als Vertreter der Kreisbrandinspektion KBI Thomas Thurnreiter. Sein besonderer Gruß galt allen anwesenden Vereinen und der Bevölkerung Eppenschlags.

„Heute ist ein Freudentag für die Freiwillige Feuerwehr Eppenschlag“, begann Bürgermeister und Schirmherr Christian Süß seine Festansprache, denn ein Traum sei in Erfüllung gegangen, der Traum von einem neuen HLF 20. Damit es genau zur Eppenschlager Wehr passt, habe eine zehnköpfige Projektgruppe zweieinhalb Jahre intensiv daran gearbeitet, allen voran Vorstand Robert Maier, der ehemalige KBR Michael Fleck und Kommandant Christian Molz. Doch nicht nur die Vorplanung sei von der Feuerwehr selbst geleistet worden; sie habe zudem 97 000 Euro zu der 329 000 Euro teueren Anschaffung beigetragen. Zusammen mit Magirus-Vertrter Ottmar Fassold überreichte er an den 1. Kommandanten Christian Molz den Schlüssel für das neue Fahrzeug, wünschte unfallfreie Fahrt und eine stets glückliche Heimkehr von allen Einsätzen und Übungen. „Möge das neue Fahrzeug helfen, Menschen zu retten und größeres Unheil zu verhindern.“

Kommandant Christian Molz erläuterte in seiner Festansprache den langen Weg und die vielen Stationen bis zur Anschaffung des neuen HFL. Schon im April 2014 habe man Antrag an die Gemeinde zur Ersatzbeschaffung des alten LF 16 gestellt. Die Zeit drängte, denn man wollte unbedingt noch ein Fahrzeug mit Euro 5-Norm. Und das musste noch vor Ende 2016 zugelassen sein. Im März 2015 habe man die Ausschreibung eines HLF 20 europaweit ins Internet gestellt. Wunschfahrzeug war ein Magirus-Aufbau auf einem MAN-Fahrgestell. In 35 Sitzungen hatte die Projektgruppe der Eppenschlager Wehr alle Details für das neue Fahrzeug erarbeitet. Im September 2016 war es dann so weit, so Molz weiter. „Nach vielen Übungen haben wir inzwischen festgestellt: Das neue Fahrzeug passt zu uns!“ Die abschließende Dankesliste des Kommandanten war lang, vor allem an die Projektgruppe, an seine schlagkräftige aktive Mannschaft und für die tatkräftige Unterstützung von Fahnenmutter Michaela Weber.

Mit einem Bekenntnis zur Heimat überbrachte stellvertretende Landrätin Helga Weinberger die Grüße von Landrat Sebastian Gruber. „Er ist ebenso stolz wie ich auf die Eppenschlager Wehr und ihr neues Fahrzeug. Denn hier gibt es eine hervorragend ausgebildete Mannschaft, die nicht nur fähig, sondern bereit ist, zu helfen. Möge das neue HLF 20 immer zur Stelle sein, wenn Menschen in Not sind.“ MdL Max Gibis zeigte sich beeindruckt von der würdigen Segnung des HLF 20. Er würdigte das „Riesenunterfangen, ein Feuerwehrfahrzeug zu planen und europaweit auszuschreiben, bis es endlich in den Dienst gestellt werden kann.“ Die Eppenschlager Wehr habe diese Herausforderung aus eigenen Kräften bewältigt, auch die enorme finanzielle Herausforderung, zusammen mit der Gemeinde und dem Land Bayern. So sei heute ein verdienter Freudentag für die Eppenschlager Wehr.

MDL Alexander Muthmann machte sich zum Sprecher der Eppenschlager Bevölkerung, um Dank zu sagen, dass so viel Zeit, Engagement und Geld eingesetzt wird, um allen, die in eine Notlage kommen, helfen zu können. Die Grüße von KBR Norbert Süß überbrachte Kreisbrandinspektor Thomas Thurnbauer. „Um die vielfältigen Aufgaben einer Feuerwehr erfüllen zu können, bedarf es der entsprechenden Ausrüstung. Das HLF 20 ist eine zukunftorientierte Investition in die Sicherheit der Bürger.“ Er dankte den Eppenschlager Aktiven, sich mit diesen neuen Technologien auseinanderzusetzen und für ihre Bereitschaft, Freizeit und Gesundheit für den Dienst am Nächsten einzusetzen. Spontan trat der ehemalige KBI Michel Fleck, Ehrenkommandant der Eppenschlager Feuerwehr, ans Rednerpult und überreichte an Vorstand Robert Maier eine Spende. Sein Kommentar: „Einfach so, weil`s mi gfreit!“

„Großer Gott, wir loben dich“ schloss Festgottesdienst und Festakt ab. Dann formierte sich erneut der Festzug vom Freizeitpark zurück zum Festzelt. Bei einem gemeinsamen Mittagessen spielte die „Klingenbrunner Dorfblosn“ übers Mahl. Vorstand Robert Maier teilte den versammelten Feuerwehrabordnungen mit, dass man auf Erinnerungsgeschenke bewusst verzichtet habe. Dafür überreichte er an Pfarrer Michael Bauer eine Spende für die Kirche. Er dankte allen für ihre Teilnahme und seinen zahlreichen Helfern für ihre Unterstützung, vor allem Fahnenmutter Michaela Weber. Und die überreichte der Führungsriege der Wehr ein Bild von Patrick Wagner, ein großformatiges HLF 20-Bild für das Feuerwehrgerätehaus.

Ein kameradschaftliches Zusammensein mit dem Duo „d´Groshupfa“ beendete einen besonders freudigen Tag in der 140-jährigen Geschichte der Eppenschlager Wehr.

Test: Slesiona
Fotos: Wagner