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Drei Kommandanten führen die Eppenschlager Wehr

Zahlreiche Neuerungen und eine erfahrene Vorstandschaft sind das Ergebnis der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Eppenschlager Feuerwehr. Vorstand Robert Maier wurde mit einem überwältigenden Wahlergebnis in seinem Amt bestätigt, ebenso Kommandant Christian Molz und stellvertretender Kommandant Max Peindl. Mit Martin Tanzer wählte die aktive Mannschaft einen zweiten stellvertretenden Kommandanten.

Vorsitzender Robert Maier erhält aus der Hand von Kreisbrandrat Norbert Süß das Feuerwehrehrenzeichen in Silber.

Eine große Mannschaft steht für eine der stärksten Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises, mitten dabei der älteste Feuerwehrmann Erhard Katzmarek.

Mit ziemlich genau 1000 Einwohnern ist Eppenschlag eine der eher kleineren Gemeinden des Landkreises. Doch die Feuerwehr hat mit fast 60 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern eine der größten Mannschaften. Auch in der Jugendarbeit ist die Eppenschlager Feuerwehr mit 22 Mitgliedern sehr gut aufgestellt. Dies bedeutet viel Arbeit für Kommandant Christian Molz und seinem Stellvertreter Max Peindl. Deshalb machten sie von einer Änderung des bayerischen Feuerwehrgesetzes Gebrauch und wählten auf der diesjährgen Dienstversammlung Martin Tanzer als weiteren stellvertretenden Kommandanten.

Die Dienstversammlung fand im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Vereinslokal „Obern Wirt“ statt. Denn auch der Feuerwehrverein hatte Neuwahlen. Vorsitzender Robert Maier stellte sich entgegen seinen eigenen Plänen zur Wiederwahl und wurde mit einem überwältigenden Ergebnis in seinem Amt bestätigt. Die Feuerwehr wollte hier mit einer erfahrenen Vorstandschaft ins nächste Jahr gehen, nachdem im Wintersportverein (Beide Vereine richten gemeinsam das Pfingstfest aus.) ein Wechsel in der Vorstandschaft ansteht. Als zweiter Vorsitzender folgt Günther Wenig Josef Maier im Amt nach, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Nachdem der bisherige Kassier Martin Tanzer als stellvertretender Kommandant gewählt wurde, übernahm Stefan Denk die Führung der Finanzen. Schriftführerin bleibt die Fahnenmutter des Vereins Michaela Weber. Als Vertrauensleute für die aktiven Mitglieder gehören Thomas Reith und Patrick Wagner der Vorstandschaft ebenso an wie Karl Baumann und Michael Perl als Vertreter der passiven Mitglieder. Die Kasse wird in der nächsten Wahlperiode von Roland Fuchs und Josef Maier geprüft.

In seinem Bericht gab Vorsitzender Robert Maier einen Einblick in das Vereinsleben der Eppenschlager Wehr. Höhepunkt war wieder das Pfingstfest, das Maier als das absolut erfolgreichste Fest seit Bestehen des Pfingstfestes bezeichnete. Als unschönes Ereignis erinnerte Maier jedoch an die Zerstörung eines Scheinwerfers auf dem Parkplatz. Dieses habe man zur Anzeige gebracht. „Leider konnte der Täter noch nicht ermittelt werden, wir werden den Schuldigen aber noch erwischen und zur Rechenschaft ziehen“, so Robert Maier. Er bat, Hinweise an ihn oder die Polizei weiterzugeben.

Unmittelbar vor dem Pfingstfest stand die feierliche Fahrzeugweihe des neu erworbenen HLF20 im Mittelpunkt. Maier zeigte sich besonders erfreut über die zahlreiche Beteiligung der Bevölkerung. Dies zeige, dass die Feuerwehr bei den Bürgern etwas zähle. „In den 30 Jahren, in denen ich in der Vorstandschaft bin, war dies das schönste und gelungenste Fest, an das ich mich erinnern kann“, so Maier.

Kommandant Christian Molz berichtete über die aktive Mannschaft. Man habe im Jahr 2017 460 Übungsstunden geleistet. „Wenn man den Atemschutztag und das Training zu den Leistungsabzeichen dazu nehme, wären es weit über 1000 Stunden geworden“, so Molz. Auch in diesem Jahr wartet ein umfangreicher Übungsplan auf die Feuerwehr, von Unfällen mit alternativen Antrieben bis zum Umgang mit Gefahrstoffen. Auch sei das vergangene Jahr ein sehr einsatzreiches gewesen. 21-mal wurde die Eppenschlager Feuerwehr alarmiert, davon waren drei Brandeinsätze. Besonders der Waldbrand bei Hungerberg sei wegen des unwegsamen Geländes und der fehlenden Zufahrtmöglichkeit sehr anstrengend gewesen. Neun Einsätze waren technische Hilfeleistungen. Molz erwähnte besonders die schweren Verkehrsunfälle mit zwei Todesopfern und einem schwerst verletzten Motorradfahrer als sehr belastende Einsätze für die Feuerwehr. Er ermahnte hier die Mannschaft, dass jeder nur das leisten solle, was er sich selbst auch zutraut. Auch die Gefahren bei der Beseitigung von Sturmschäden oder bei Schneebruch seinen nicht unproblematisch. Man dürfe die Gefahr nicht unterschätzen.

Nach dem Kauf des neuen Fahrzeuges in 2016 habe man im letzten Jahr zwar keine größeren Geräte angeschafft. Doch im laufenden Jahr wolle man die Mannschaft mit neuen Schutzanzügen ausstatten, was eine Investition von etwa 30 000 Euro bedeute.

Aus der Jugendarbeit berichteten Simon Graf und Michael Maier. Von den 22 Mitgliedern würde jetzt vier in den aktiven Dienst übertreten, doch kämen acht neue Mitglieder hinzu. Höhepunkt des Jahres war der Jugendtag im Juli. Einen ganzen Tag beschäftigte sich die Jugendfeuerwehr mit praktischen und theoretischen Übungen, unterbrochen von mehreren Einsätzen. So wurde der Brand eines Holzschuppens genauso erprobt wie die Bergung einer Person aus einer Grube, die Hilfeleistung bei einem Waldarbeitsunfall oder die personenschonende Rettung bei einem Verkehrsunfall.

Atemschutzwart Severin Peindl berichtete, dass die Atemschutzträger mehrmals in Einsätzen angefordert wurden. Daneben trainierte man in den Übungsanlagen in Grafenau und Osterhofen und machte sich mit der Ausrüstung während der Fahrt vertraut. Robert Maier dankte Severin Peindl für die geleistete Arbeit, denn vom Atemschutz hingen immer Menschenleben ab, sowohl das Leben der geretteten Personen wie auch das Leben der Atemschutzträger.

Neben dem Überreichen der Leistungsabzeichen und der Ehrung der fleißigsten Aktiven (Martin Tanzer, Günther Wenig, Roland Fuchs, Raimund Fleck, Thomas Reith, Jonas Buchecker, Andreas Grumann) konnte Kommandant Christian Molz einige Beförderungen aussprechen. Zum Feuerwehrmann beziehungsweise -frau ernannte er Tobias Spannfellner, Andre Fiedler, Selina Kraft, Martin Lippok, Dominik Jerchel, Markus Bauer und Robin Eder. Zum Hauptfeuerwehrmann wurden Nikolai Eder und Josef Weber befördert und Jonas Buchecker zum zweiten Gerätewart. Martin Tanzer erhielt die Abzeichen des Kommandanten. Für zehn Jahre aktiven Feuerwehrdiensts ehrte Molz Stefan Denk, Martin Binder, Michael Maier, Simon Graf, Susanne Perl und Simon Reith. Seit 20 Jahren sind Max Garhammer und Max Peindl bei der aktiven Mannschaft. Eine besondere Ehrung für 40 Jahre aktiven Dienst bekam der langjährige Feuerwehrmann und „Pfingstfest-Paletten- und Bodenplattenfahrer“ Alois Graf.

Drei besonders langjährige Mitglieder wurden von Robert Maier geehrt. Seit 50 Jahren gehört Ludwig Loibl der Feuerwehr an. Ganze zehn Jahre länger, nämlich 60 Jahre sind der ehemalige Vetrauensmann Alois Maier und Erhard Katzmarek bei der Eppenschlager Wehr. Katzmarek war bereits Mitglied der ersten Löschgruppe. Für ihre Arbeit wurde den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern gedankt, dem ehemaligen 2. Vorsitzenden Josef Maier und den Vertrauensmännern Josef Reith und Peter Graf. Auch Fahnenmutter Michaela Weber bekam einen großen Blumenstrauß für den Einsatz für ihre Feuerwehr.

Im Anschluss an die Ehrungen wartete auf den Vorsitzenden Robert Maier eine besondere Überraschung. Kreisbrandrat Norbert Süß und Ehrenkreisbrandinspektor Michael Fleck überreichten ihm das Feuerwehrehrenabzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber. In seiner Laudatio berichtete Kreisbrandrat Norbert Süß, dass Robert Maier bereits seit 1988 in der Vorstandschaft sei, zunächst 18 Jahre als Kassier und jetzt 12 Jahre als Vorsitzender. Zusätzlich gehört Maier als ausgebildeter und langjähriger Atemschutzträger der aktiven Wehr an. Besonders hob Süß die Leistungen Maiers als Organisator des Pfingstfestes und seine Leistungen bei der Beschaffung des neuen Fahrzeuges hervor. Robert Maier nahm sichtlich überrascht und bewegt die Ehrung entgegen.

Bürgermeister Christian Süß dankte in seinem Grußwort allen, die sich für ein Amt zur Verfügung gestellt haben. „Man sieht an der heutigen Veranstaltung, dass die Feuerwehr auf gesunden Beinen steht“, so Bürgermeister Christian Süß. Dies sei umso wichtiger zumal die Feuerwehr neben den gesellschaftlichen Aufgaben als Verein eine wesentliche Stütze der Sicherheit in der Markte Gemeinde sei.

Kreisbrandrat Norbert Süß gab einen Einblick in die Statistiken des Landkreises. Hier erwähnte er, dass bei gleichbleibender Anzahl an Feuerwehrkräften die Einsatzzahlen stark steigen. So habe sich seit 2014 die Zahl der Einsätze verdoppelt. Die bedeute eine nicht unerhebliche Belastung für die Feuerwehren. 64 Personen hätte die Feuerwehr aus Lebensgefahr gerettet, bei 23 Personen kam allerdings jede Hilfe zu spät.

Für den Patenverein gratulierte der Kommandant der Feuerwehr Kirchdorf im Wald der neu gewählten Kommandantur und Vorstandschaft: „Die Zahlen sprechen für euch, ihr habt eine große Mannschaft, eine gute Jugend und viele Atemschutzträger.“ Er dankte für die gute Zusammenarbeit auch bei einigen gemeinsamen Einsätzen. Aufgrund der Neustrukturierungen der Feuerwehren würde in Zukunft mehr als bisher die Feuerwehr Eppenschlag über die Landkreisgrenze hinweg mit alarmiert.