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Eppenschlag

Kommisar Rex stammt aus Eppenschlag

Spürsinn, Treue und ein Blick, der jeden Ganoven zittern lässt: Als „Kommissar Rex“ begeistert Schäferhund Capo derzeit Millionen Fernsehzuschauer. Was viele nicht wissen: Der tierische Ermittler stammt aus dem Bayerischen Wald. In seinem Heimatort Eppenschlag im Landkreis Freyung-Grafenau lebt bis heute seine Mutter – und Züchter Franz Buchecker erinnert sich an den Weg eines ganz besonderen Vierbeiners.

Schon als Jugendlicher hatte Franz Buchecker nur einen Wunsch: einen eigenen Hund. Aufgewachsen auf einem kleinen Bauernhof in Eppenschlag, war der heute 68-Jährige von klein auf von Tieren umgeben. „Wir hatten Meerschweinchen, Kühe und vieles mehr. Nur ein Hund hat gefehlt“, erzählt er. Seinen ersten reinrassigen Schäferhund kaufte Buchecker, ohne seine Eltern vorher einzuweihen. „Die waren schnell ganz narrisch nach ihm“, erinnert er sich schmunzelnd. Anfang der 1980er Jahre gründete sich in Reichenberg eine Ortsgruppe des Schäferhundevereins. Buchecker gehört seit der ersten Stunde dazu und ist heute Vorsitzender des Vereins.

Mit seinen Hunden trainierte er regelmäßig und nahm an Meisterschaften teil. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fähigkeiten und Anlagen des Hundes sowie das Zusammenspiel zwischen Tier und Hundeführer. „Der Hund ist nie das Problem“ sagt Buchecker überzeugt. „Auch Menschen kommen nackert zur Welt und werden erst geprägt.“ Ähnlich sei es beim Hund. Für ihn steht fest: „Ein Schäferhund ist grundsätzlich für jeden geeignet.“ Lange Zeit kämpfte die Rasse jedoch mit einem schlechten Image und geriet in den vergangenen Jahren etwas aus der Mode. Besonders gesundheitliche Probleme wurden dem Schäferhund häufig nachgesagt. Buchecker, der selbst Hobbyzüchter ist, sieht vieles differenzierter. „Kein verantwortungsvoller Züchter will Hunde mit Krankheiten wie Hüftdysplasie oder ähnlichem.“ Seine Tiere würden vor der Vermittlung geröntgt und gründlich untersucht.

Beruflich dreht sich bei dem 68- Jährigen zwar vieles um Fische – er betreibt eine Fischzucht –, doch seine Leidenschaft gilt der Schäferhundezucht. Dabei weiß Buchecker genau, worauf es ihm ankommt: Er züchtet nach Optik. Seine Hunde sollen dem klassischen Erscheinungsbild des Deutschen Schäferhundes entsprechen – so wie eben „Kommissar Rex“. Als seine Zuchthündin Elli vor einiger Zeit läufig war, hatte Buchecker Glück. Bei einer Körung – einer Veranstaltung zur Beurteilung der Zuchttauglichkeit – fiel ihm ein junger Rüde besonders auf. Für dessen Besitzer aus dem Raum Leipzig war es der erste Schäferhund – und offenbar ein Glücksgriff. Der Hund überzeugte sowohl die Jury als auch Buchecker, der seine Hündin Elli schließlich von ihm decken ließ. Aus der Verbindung gingen sieben Welpen hervor – darunter Capo, der heutige „Kommissar Rex“, sowie zwei seiner Geschwister, die ebenfalls in der Neuauflage der Serie mitwirken.

Von 1994 bis 2004 wurde die österreichische Krimiserie rund um Polizeihund Rex zum internationalen Erfolg. Später folgten italienische und englische Ableger. Seit April 2026 läuft nun auch eine deutschsprachige Neuauflage der Kultserie – in der Hauptrolle: Capo aus dem Bayerischen Wald. Wie Buchecker erzählt, kam der Kontakt eher zufällig zustande: „Ein Bekannter hat meine Nummer an das Team der Filmtierranch weitergegeben.“ Die Trainerinnen arbeiten für zahlreiche Produktionen und betreuen Tiere unter anderem für „Lassie“ oder die Eberhofer- Krimis. Sie trainieren die Tiere gezielt auf ihre Rollen und begleiten die Dreharbeiten. Beim ersten Besuch wusste Buchecker allerdings noch nicht, wofür seine Hunde gebraucht werden sollten. „Die haben sich die Tiere ganz genau angeschaut – wie sie laufen, wie sie schauen.“ Besonders ein Hund fiel den Trainerinnen sofort ins Auge: Capo, der damals noch Jazz hieß. Auch ein weiterer Rüde aus dem Wurf überzeugte und wurde mitgenommen. Der dritte Bruder war größer, hatte eine breitere Schnauze und galt als etwas robuster im Umgang. Eigentlich wollte Buchecker ihn behalten – doch wenig später meldete sich die Filmtierranch erneut. Auch diesen Hund wollten sie haben. „Jeder Hollywood-Star hat ja schließlich auch ein Stuntdouble“, wie die Filmtierranch auf Nachfrage erklärt. 

Für die Trainerinnen begann eine anspruchsvolle Aufgabe. Nur wenige Monate blieben, um die drei Hunde auf ihre Rollen als „Kommissar Rex“ vorzubereiten. Eine besondere Herausforderung – schließlich waren die Tiere echte Rohdiamanten. „Bei mir dürfen Hunde im ersten Jahr einfach Hund sein“, erklärt Buchecker. Die Tiere wachsen naturnah auf, sind viel im Wald unterwegs. Leinenführigkeit oder große Menschenmengen gehören dagegen zunächst nicht zum Programm – eine zusätzliche Herausforderung für die Trainerinnen der Filmtierranch in Wang. Sechs Monate hatten sie für die Vorbereitung Zeit, so die Filmtierranch. Wie ein typischer Drehtag aussieht?: „Jeder ist tatsächlich ganz anders. Da beim Film nicht chronologisch gedreht wird, gestalten sich auch die Tage ganz unterschiedlich. Es gibt Tage mit Motiven, bei denen der Hund weniger zu tun hat, dann gibt es Tage, an denen auch Stunts und ähnliches dran sind.“ Grundsätzlich laufe jeder aber ähnlich ab: „Wir fahren ans Filmset, es wird erst mal aufgebaut, geprobt und erst wenn alle Menschen wissen, was genau passieren wird, zeigen wir ganz am Ende dem Hund in einer Hundeprobe was seine Aufgabe ist. Danach geht es recht zügig und wir drehen die Szene.“ Pausen habe der Hund dann bei den vielen Umbauphasen.

Für den Umgang mit Capo und seinen Doubles am Set gebe es eine Liste mit Verhaltensregeln, die im Vorfeld an das ganze Team gesendet werde. „Darauf steht zum Beispiel, dass nicht direkt am Set gegessen wird oder zu starkes Parfüm von den Schauspielern getragen wird.“ Ob es eine zweite Staffel von „Kommissar Rex“ von SAT.1 und ORF geben wird, ist noch nicht bekannt. „Capo wäre auf jeden Fall bereit“, sagen die Trainerinnen der Filmtierranch. Am Montag wird zumindest vorerst die letzte Folge der Staffel ausgestrahlt.

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