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Eppenschlag

Volkstrauertag: Rede des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 
lieber Pfarrer Simon Steinbauer,
liebe Vereinsmitglieder des Krieger- und Soldatenvereins,
liebe Vereinsabordnungen,
verehrte Musikanten der Blaskapelle Kirchdorf im Wald

Wir haben uns heute hier versammelt um gemeinsam am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Der Volkstrauertag ist eine Mahnung, eine Erinnerung daran wie wertvoll Frieden ist und wie zerbrechlich er sein kann. Wenn wir zurückblicken auf die Schrecken des 20igsten Jahrhunderts auf den ersten und zweiten Weltkrieg dann sehen wir das Ausmaß menschlichen Leids und die verheerenden Folgen von Hass und Machtstreben. Millionen von Menschen verloren ihr Leben, Familien wurden zerrissen, ganze Städte und Landstriche verwüstet. Die Gräueltaten jener Zeit sind kaum in Worte zu fassen. Die Gräben und Schlachtfelder des ersten Weltkriegs, die Vernichtungslager des zweiten Weltkriegs, die Bombardierungen und die Vertreibungen, Menschen wurden entrechtet, verfolgt und ermordet und Generationen haben den Schmerz dieser Zeit noch lange nach Kriegsende getragen. 

Doch auch heute fast 80 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges ist der Frieden in vielen Teilen der Welt gefährdet. Wir sehen die Berichte aus der Ukraine und noch an vielen anderen Geopolitischen Brennpunkten auf dieser Welt, wo ein brutaler Konflikt den Alltag vieler Menschen bestimmt. Familien flüchten, Städte werden zerstört und unzählige unschuldige Leben sind betroffen. Ebenso blicken wir immer noch in den Gaza-Streifen wo sich die Gewalt von Generation zu Generation fortzusetzen scheint. Wo ein Leben in ständiger Unsicherheit herrscht. Auch in Teilen Afrikas erleben wir Bürgerkriege und Konflikte die ganze Völker in Not und Armut stürzen.
Auch die Hungersnöte auf der Welt sowie die Trinkwasserversorgung werden uns vielleicht noch mehr Sorgen machen in der Zukunft als die Kriegstreiberei.

Wir leben in einer Welt in der die Geisel des Krieges noch immer gegenwärtig ist und es ist unsere Pflicht besonders heute an diesem Tag uns daran zu erinnern was Krieg anrichtet, aber auch daran, dass wir Verantwortung tragen um Frieden zu fördern und zu bewahren. Der Volkstrauertag erinnert uns nicht nur an die Vergangenheit, sondern fordert uns dazu auf aktiv für eine friedliche Zukunft einzutreten. Wir müssen unsere Demokratie im inneren aber auch an unseren Europäischen Grenzen und in unserem eigenen Land schützen.

Die Diskussion um die Wehrpflicht ist wie in vielen politischen Debatten ideologische Wichtigtuerei einzelner Parteien und dies macht das Regieren sehr schwierig. Wo ist denn das Problem, wenn wir für alle ein Pflichtjahr einführen sowohl für unsere Verteidigung sowie für unser soziales Umfeld. Es schadet einem jungen Menschen überhaupt nicht, wenn er sich für unsere Gesellschaft einbringt, sondern vielmehr wird er dankbar sein in seinem späteren Leben für sein Engagement gegenüber unserer Demokratie und da gehört auch das soziale Umfeld dazu nicht nur der Wehrdienst. Ich habe mit 18 Jahren 1 ½ Jahre gedient für 52,00 DM im Monat, und habe viel Disziplin, Ordnung und Sauberkeit sowie kameradschaftliches Miteinander und Überwindung des inneren Schweinhundes erleben und lernen dürfen und auch müssen, dies prägt einen bis zum Lebensende.

Wir erinnern uns heute aber auch an die Opfer der Vergangenheit und ehren die Arbeit des Krieger- und Soldatenvereins, der uns in seinem Engagement für das Gedenken daran erinnert, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Möge dieser Tag uns alle anspornen im Kleinen wie im Großen für den Frieden zu arbeiten in unseren Gemeinden, in unserem Land und auf der Welt. Möge dieser Volkstrauertag uns Mut machen. Mut, statt gegeneinander zu sprechen. Mut, Konflikten früh entgegenzutreten. Mut, Mitgefühl und Menschlichkeit über Hass und Spaltung zu stellen.

Wir wissen nicht was noch alles kommen möge auf dieser Welt mit dem polarisierenden Mister Präsident first USA, und dem Aggressor in Russlands wird es sicherlich nicht einfacher werden. Aber all die Machthaber dieser Welt die aus Egoismus unbedingt das Kriegsbeil ausgraben wollen, sollten zuerst einmal ein Jahr in einen Schützengraben, dann kommen sie bestimmt zur Gesinnung.

Auch der Wirtschaftsstandort Deutschland ist ins Schwanken geraten und irgendwie fühlen wir uns alle insgesamt sehr unsicher auf dieser Welt. Dennoch geht es uns verhältnismäßig sehr gut und wir dürfen nicht klagen, wir müssen nach vorne schauen und optimistisch denken und danken unserem Herrgott für all das Schöne das wir in diesem Jahr wieder hier insbesondere im Bayer. Wald und in Eppenschlag erleben durften. 

Lasst uns einen Moment des stillen Gedenkens halten für all Diejenige die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben und für Diejenigen die heute noch unter den Folgen leiden. 

Aus diesem Anlass möchte ich nun einen Kranz niederlegen. 

Vielen Dank

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